Ein letztes Zuhause geben

Palliativstation_Spende_Marien-Krankenhaus_Siegen

Der Respekt vor der Würde des todkranken Menschen in seinem letzten Lebensabschnitt ist ein wichtiges Ziel der Palliativpflege und -medizin. „Darum möchten wir den Patienten in unserem neuen Palliativ-Bereich das Gefühl von ‚Zuhause‘ geben“, sagt Juliane Schneider, Pflegedirektorin des St. Marien-Krankenhauses Siegen. Mitte Februar besuchte Thomas Wiersdörfer, Präsident des Lions-Club Siegen mit einer Abordnung, den neuen Bereich und überbrachte auch eine Sachspende in Höhe von 7.500 Euro für die Ausstattung. Der neue interdisziplinäre Palliativbereich hat zwölf Betten und ist eine Ausgliederung der Klinik für Hämato-Onkologie und ist für alle Kliniken des Hauses nutzbar.

„Menschen an ihrem Lebensende und ihre Angehörigen brauchen Menschen mit einer besonderen Achtsamkeit für ihre Bedürfnisse, das ist die wichtige Aufgabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Palliativbereichs“, sagte Krankenhaus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann bei der Entgegennahme der Spende. Es gelte, die wachsende Zahl von Patienten auch palliativpflegerisch und -medizinisch nach qualitativ hohen Standards zu betreuen, ohne die Würde des Patienten dabei aus den Augen zu verlieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Station ist die kompetente ganzheitliche interdisziplinäre Betreuung des Patienten durch ein multiprofessionelles Team unter Einschluss der Seelsorger, der Sozialdienstmitarbeiter, der Psychologen, von Musik- und Kunsttherapeuten, der Krankengymnasten und der Schmerztherapeuten.

„Früher wurden, falls dies überhaupt möglich war, einfach die Mitpatienten aus dem Zimmer verlegt. Der Prozess des Abschiednehmens und Sterbens wurde so zur Belastung für alle Betroffenen“, so Juliane Schneider. „Das habe sich durch den neuen Bereich geändert, wenngleich eine Klinik nie das tatsächliche Zuhause ersetzen kann.“ Gleichzeitig verweist die Pflegedirektorin auf die spezielle Schulung und Ausbildung der Mitarbeiter im Bereich der Palliativ-Pflege und Palliativmedizin.

Solche Aktivitäten kann man nicht genug fördern.“

Leitender Oberarzt Dr. med. Karsten Franke stellte anschließend bei einer kurzen Führung die Anforderungen vor, die an einen solchen Bereich gestellt werden. Dabei beantwortete er die Frage „Was ist eigentlich Palliativmedizin“ ebenso, wie er die Kriterien darstellte, die erfüllt sein müssen, um im Palliativbereich aufgenommen zu werden. Er stellte ebenfalls heraus, dass die Angehörigen auch im Zimmer des Patienten übernachten könnten und dadurch die Anonymität des Klinikbetriebs reduziert werde. „Hier konnten durch die großzügige Zuwendung des Lions-Clubs Siegen entsprechend hochwertige und funktionale Ruhe- und Schlafmöbel beschafft werden“, so Dr. Franke.

Thomas Wiersdörfer war zunächst überrascht, über die herzliche Stimmung und angenehme Atmosphäre: „Das habe ich so nicht erwartet“, so sein Fazit. „Solche Aktivitäten kann man nicht genug fördern.“ Besonders aufgefallen sei ihm die Freundlichkeit des Personals. Dazu vermittelten die warmen Farben, das Mobiliar und die individuell gestalteten Zimmer ein freundliches Ambiente. „Die Basis unserer Arbeit bildet das vertrauensvolle Miteinander von Mensch zu Mensch. Das soll sich auch in den Räumen und dem Miteinander wiederspiegeln“, so abschließend Juliane Schneider.

Quelle: St. Marien-Krankenhaus

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