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Learjet nach Kollision mit Eurofighter über dem Sauerland abgestürzt

Kampfjetunfall – Auch Siegener ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 25 im Einsatz

Die Aufschlagsstelle in Olsberg im Sauerland. Nur wenige Meter von Häusern entfernt. Foto: © doqtor
Die Aufschlagsstelle in Olsberg im Sauerland, nur wenige Meter von Häusern entfernt. Foto: © doqtor

Über Olsberg im Sauerland ist am Montag ein Learjet bei einem Manöver mit einem Eurofighter der Bundeswehr in drei bis fünf Kilometern Höhe zusammengestoßen und in ein Waldstück bei Olsberg-Elpe in Nordrhein-Westfalen abgestürzt. Bei dem Zusammenstoß wurde ein Triebwerk des Learjets abgerissen. Dieses prallte anschließend auf eine Straße.

Die Absturzstelle des Learjet aus der Luft. Foto: © doqtor
Die Absturzstelle des Learjets aus der Luft. Trümmerteile sind im ganzen Tal verstreut. Foto: © doqtor

Der Learjet explodierte beim Aufprall und ging in Flammen auf. An Bord befanden sich der Pilot und sein Co-Pilot. Die nächsten Häuser sind nur wenige Meter entfernt. Nach dem Zusammenprall sei der schwer beschädigte Eurofighter zu seiner Basis geflogen, begleitet von der zweiten an der Übung beteiligten Maschine. Der Eurofighter gehört dem Taktischen Luftwaffengeschwades 31 „Boelcke“ in Nörvenich an, einer der ältesten fliegendenVerbände der Bundeswehr.

„Einer der Insassen des Zivilflugzeugs wurde tot aufgefunden“, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte vor Ort. Der Mann sei vermutlich aus dem Learjet geschleudert worden. Man habe ihn in der Nähe des Wracks gefunden. Nach einer zweiten Person werde immer noch gesucht. Im Ort wurde nach ersten Angaben von Polizei und Feuerwehr niemand verletzt.

Neben einem SAR-Rettungshubschrauber war auch der Siegener RTH Christoph 25 im Einsatz. Foto: © doqtor
Neben einem SAR-Rettungshubschrauber der Bundeswehr, war auch der Siegener RTH Christoph 25 im Einsatz. Foto: © doqtor

Übung endet in Katastrophe

Die Zivilmaschine sei für die Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) unterwegs gewesen, sagte ein Luftwaffen-Sprecher. Bei dem Übungsflug handelte es sich um eine Kooperation von Luftwaffe und GFD, einem Tochterunternehmen der Airbus Defence and Space.

Bei der Übung sei es um zivile Flugzeuge in Notlagen gegangen, die sich nicht mehr über Funk melden können. Im Ernstfall nehmen in solchen Fällen zwei Eurofighter Sichtkontakt auf und leiten die Maschine zum nächsten Flugplatz. Ein solcher Übungsflug sei für die Learjet- und Eurofighter-Piloten demnach ein Routineeinsatz.

Ein Trümmerteil liegt auf der Weide. Foto: © doqtor
Ein großes Trümmerteil liegt auf der Weide. Foto: © doqtor

Trümmerteile im ganzen Tal verstreut

An der Umfallstelle haben die Untersuchungen nach der Ursache des Absturzes begonnen. Daran sind der General Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung beteiligt. Die Suche nach dem zweiten Insassen der Maschine soll am heutigen Dienstagmorgen fortgesetzt werden. Um ca. 2.30 Uhr in der Nacht wurden die Arbeiten unterbrochen. Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die Piloten der Kampfjets. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei in Meschede.

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Zum Glück für die Anwohner zerschellte das Zivilflugzeug auf freiem Gelände. Im Ort wurde laut Polizei und Feuerwehr niemand verletzt. Foto: © doqtor
Der Eurofighter ist ein ein- oder zweisitziger Kampfjet. Die 15,9 Meter lange Maschine fliegt mit zweifacher Schallgeschwindigkeit, bei einem Abfluggewicht von maximal 23 Tonnen. Das Hightech-Flugzeug wird unter anderem ausgerüstet mit im Luftkampf eingesetzten Luft-Luft-Raketen und mit Luft-Boden-Raketen, einschließlich lasergesteuerter Geschosse. Learjets werden vom kanadischen Hersteller Bombardier Aerospace gebaut. Es handelt sich um Flugzeuge mit zwei Düsentriebwerken, die aufgrund ihrer hohen Reisegeschwindigkeit, der relativ großen Reichweite sowie der luxuriösen Ausstattung sehr häufig von Geschäftsleuten eingesetzt werden.

 

 

 

Autor: Gerd Braas
Fotos: © doqtor

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