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Im Alter sicher mobil?

Besonders gefährdet im Straßenverkehr sind die Senioren (Foto: Deutsche Verkehrswacht/dpp-AutoReporter).
Besonders gefährdet im Straßenverkehr sind die Senioren (Foto: Deutsche Verkehrswacht/dpp-AutoReporter)

Letztes Jahr starben auf deutschen Straßen so wenig Menschen wie nie. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, kamen insgesamt 3.339 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, darunter 493 im Alter zwischen 18 und 24 Jahren und 999 Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren. Unfälle, wie der Motorradunfall in Schameder, bei dem jüngst ein 75-jähriger Motorradfahrer tödlich verunglückte, zeigen dabei den unmittelbaren regionalen Bezug auch für die Region Siegen-Wittgenstein auf – die Statistik wird zum Schicksal.

Bedrückende Tatsache dabei: Die Zahl der über 65-jährigen Senioren liegt gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent höher. 398 der getöteten 999 Senioren, das sind knapp 40 Prozent, kamen im Pkw ums Leben, 302 Senioren, also rund 30 Prozent, waren als Fußgänger unterwegs. Als Radfahrer starben 197 Senioren. Es muss also gehandelt werden – auch an Lahn, Eder und Sieg.

„Es ist der Wunsch eines jeden Menschen, auch im Alter noch selbstständig mobil zu sein – Bewegung gehört zu einem guten Leben dazu. Die Zahlen der getöteten Seniorinnen und Senioren über 65 Jahre zeigt auf ein Problem hin, dem sich unsere Gesellschaft zukünftig noch ernsthafter stellen muss“, so Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a.D. „Mobilitätskonzepte müssen einer alternden Gesellschaft Rechnung tragen, und ältere Menschen müssen Vorsorge treffen, um länger fit zu bleiben.“

Die Deutsche Verkehrswacht bietet verschiedene Programme an, um ältere Menschen zu unterstützen. Das Programm „Mobil bleiben, aber sicher!“ sieht durchaus den reichen Erfahrungsschatz, den gerade ältere Verkehrsteilnehmer mitbringen. Andererseits treten jedoch im Laufe der Jahre körperliche Defizite auf, die die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Schleichende körperliche Veränderungen, wie das Nachlassen der Sehkraft oder des Hörvermögens, werden von den Betroffenen oft lange nicht bemerkt. Die Verkehrswachten bieten Seniorinnen und Senioren erlebnisorientierte Lernformen, Tests und praxisnahe Übungen mit Pkw und Fahrrad, in denen das eigene Können unverbindlich getestet werden kann. 2013 fanden bundesweit 376 Veranstaltungen statt.

Für ältere Menschen, die viel zu Fuß unterwegs sind, bieten die Verkehrswachten kostenfreie „sicher mobil“-Veranstaltungen an. In Gesprächsrunden mit speziell geschulten Moderatoren spielen die Herausforderungen für Fußgänger eine große Rolle. Auch der Rollator ist Thema; immer mehr Verkehrswachten bieten „Rollatoren-Trainings“ an, die den Umgang mit dem Gerät erleichtern.

Dann wird auch der Gang zur Heiligen Messe oder zum Gottesdienst in den Siegen-Wittgensteiner Gemeinden wieder sicherer.

Quelle: dpp-AutoReporter/hhg und eigenes Material

 

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