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Gesundheit am Telefon

Gesundheit am Telefon

Die Gesundheitshotline der Diakonie Sozialdienste im Einsatz bei der Heinrich Georg Maschinenfabrik

Seit Anfang Mai tragen die Beschäftigten der Heinrich Georg Maschinenfabrik in Kreuztal-Buschhütten eine kleine Plastikkarte im Scheckkartenformat mit sich, auf der eine inzwischen oft genutzte Telefonnummer aufgedruckt ist.

Diese Hotline-Rufnummer ist Bestandteil eines Pilotprojektes, welches die Firma Georg gemeinsam mit der Diakonie Sozialdienste GmbH realisiert. Das Projekt trägt den Titel G-IGUS – das steht für Georg Integriertes Gesundheits- und Sozialmanagement. Der Name spiegelt die Erkenntnis wieder, dass persönliche Gesundheit beeinflusst wird durch zahlreiche Anforderungen und Belastungen – diese entstehen jedoch nicht nur am Arbeitsplatz, sondern natürlich auch im privaten Bereich. Beim Durchschreiten des Werkstores nehmen die Beschäftigten ihre Belastungen natürlich mit – und zwar in beide Richtungen.

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„In unserer Branche wächst der Arbeitsdruck“, sagt Mark Georg, Geschäftsführer der Maschinenfabrik. „Und private Sorgen machen vor dem Werkstor nicht halt. Es ist uns deshalb wichtig, mit der Hotline einen Beitrag zu der Gesundheit unserer Mitarbeiter zu leisten. Davon profitieren unsere Angestellten und unser Unternehmen gleichermaßen.“

Über die Hotline bekommen die Georg-Beschäftigten Kontakt zu einer Fachberatung der Diakonie Sozialdienste. Diese kann sowohl bei beruflichen wie auch bei sozialen und gesundheitlichen Schwierigkeiten frequentiert werden. Von der Telefonberaterin werden die Sorgen und Probleme aufgenommen und der Anrufer an eine geeignete Beratungsstelle oder einen Fachdienst vermittelt. Alle Anliegen der Anrufer bleiben dabei anonym – der Arbeitgeber erfährt nichts davon.

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Sebastian Schreiber, auf der Seite der Diakonie Sozialdienste verantwortlich für Qualitäts- und Gesundheitsmanagement, betont, dass ein solches Angebot ein wichtiger Baustein für ein Unternehmen sein kann, um Gesundheit und Zufriedenheit unter den Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. „Durch den einfachen Zugang über eine zentrale Rufnummer können die Menschen die Hürde überwinden, für ihr spezielles Anliegen überhaupt erst den richtigen Ansprechpartner zu finden – das übernimmt unsere Telefonberaterin stellvertretend“ sagt Schreiber. Belastende Lebenssituationen können durch diese Unterstützung leichter bearbeitet, Hilfe einfacher in Anspruch genommen werden.

Christiane Klose ist die Ansprechpartnerin am Gesundheitstelefon der Diakonie Sozialdienste. Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen im Sozial- und Gesundheitswesen und der Kenntnis der Hilfeangebote innerhalb der Diakonie in Südwestfalen verfügt sie über die Kompetenz, den Anrufern die passgenauen Hilfen vermitteln zu können. Dennoch lernt auch sie mit jedem Anruf noch dazu. Im Gespräch gibt Sie Auskunft über die ersten Erfahrungen im Projekt:

Wie läuft ein Anruf bei der Gesundheitshotline ab?

Wenn jemand bei mir anruft, dann nehme ich mir zunächst natürlich ausreichend Zeit, mir die Anliegen anzuhören. Oftmals sind die Menschen froh, zu erfahren dass man auch bei einer Hotline Zeit und Verständnis erfahren kann – was ja in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist. Manche Anrufer haben eine sehr klare Vorstellung davon, wie ihnen geholfen werden kann, manche rufen vor allem an, weil sie bisher auch nicht genau wussten, an wen sie sich mit ihrem Anliegen wenden können. Nachdem wir die genauen Bedarfe geklärt haben, kontaktiere ich stellvertretend für den Hilfesuchenden die passenden Fachstellen in unserem Netzwerk und verabrede dort einen Termin. Anschließend teile ich dem Anrufer das Ergebnis mit. Je nach Anliegen und Wunsch des Anrufers erkundige ich mich auch später noch einmal, ob die weitere Unterstützung erfolgreich verlaufen ist.

Welche Unterstützungs- und Hilfsmöglichkeiten können Anrufer über die Hotline erhalten?

Prinzipiell können Menschen mit jedem sozialen oder gesundheitlichen Problem anrufen. Die Diakonie Sozialdienste verfügen über rund 20 Fachdienste mit kompetenten Beratern zu Themen wie Schulden, Erziehung, Sucht, Integration sowie psychischen Erkrankungen.  Darüber hinaus können wir auch bei gesundheitlichen Fragen an die zahlreichen medizinischen Abteilungen der Diakonie in Südwestfalen vermitteln.

Gibt es Bedenken der Anrufer, sich mit ihren Anliegen an die Hotline zu wenden?

Das Gegenteil ist der Fall – viele Menschen, die das Angebot in Anspruch nehmen, sind sehr froh, über eine zentrale Stelle die Möglichkeit zu erhalten, weitere Hilfen in Anspruch nehmen zu können. Dabei ist natürlich der Anspruch der Verschwiegenheit das höchste Gebot – völlig unabhängig vom Inhalt des Anliegens können sich die Anrufer darauf verlassen, dass ihre Anfrage völlig anonym bleibt.

Das Angebot der Hotline steht ja ebenfalls Angehörigen der Georg-Beschäftigten zur Verfügung – wird diese Erweiterung genutzt?

Auf jeden Fall – neben den eigenen Anliegen der Beschäftigten gibt es ebenso Anrufer, die sich um die Probleme eines Angehörigen kümmern wie auch Anrufe von Angehörigen selber. Hier wird sehr deutlich, dass es nicht immer die eigenen Schwierigkeiten sind, die Sorge bereiten, sondern die Anliegen von nahestehenden Menschen – diese belasten oftmals am meisten. Gerade im Fall von pflegebedürftigen Elternteilen oder anderen Angehörigen sind die Menschen froh über Vermittlung und Unterstützung. Hier ist auch der psychosoziale Aspekt nicht zu unterschätzen – in einem ersten Telefonat über persönliche Anliegen und Sorgen reden zu können hilft vielen schon sehr.

Eine abschließende Frage: Wie schwierig ist es, zu den geschilderten Anliegen immer die passende Unterstützung zu vermitteln?

Das ist nicht immer leicht – fällt allerdings auch nicht schwer. Es gilt nicht, eine Maschine oder einen Computer mit den richtigen Eingaben zu füttern. Erst einmal geht es darum, den Menschen zuzuhören. Dafür muss man sich auch etwas Zeit nehmen. Je nach Anfrage muss ich dann natürlich auch einige Telefonate führen, um den passenden Berater oder die richtige Anlaufstelle zu finden, um dort einen Termin für den Anrufer zu verabreden – dadurch lerne ich auch mit jedem Anruf und wir erweitern unser ohnehin schon großes Netzwerk um weitere Anlaufstellen. Davon profitieren natürlich alle Beteiligten.

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Christiane Klose Ansprechpartnerin am Gesundheitstelefon der Diakonie Sozialdienste

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Quelle: Diakonie Sozialdienste
Fotos:
Beitragsbild © Andrey_Arkusha – Fotolia.com
Diakonie Sozialdienste

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