Dienstag , 12 Dezember 2017
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Beate Stocks neue Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Kinderklinik

Bilder (von links): Stefanie Wied (GF DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH), Beate Stocks (CÄ KJP) und Dr. Gebhard Buchal (CA Pädiatrie und Ärztlicher Direktor)

Personalie

DRK-Kinderklinik Siegen hat mit Beate Stocks eine neue Chefärztin der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie

Mit der Kinder- und Jugendpsychiaterin Beate Stocks hat die DRK-Kinderklinik Siegen seit kurzem wieder eine neue Chefärztin der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die gebürtige Düsseldorferin, die nach einigen Stationen in NRW und in Neuseeland zuletzt leitende Oberärztin der LVR-Klinik Düsseldorf war, wurde Anfang des Monats herzlich von Klinik-Geschäftsführerin Stefanie Wied und dem Ärztlichen Direktor Dr. Gebhard Buchal auf dem Siegener Wellersberg begrüßt.

Frau Stocks, die sowohl Kinder- und Jugendmedizinerin als auch Kinder- und Jugendpsychiaterin ist, verfügt zudem über eine Ausbildungen zur Systemischen Therapeutin und Systemischen Supervisorin sowie zur Psychotraumatherapeutin für Kinder und Jugend-liche. Mit diesen umfangreichen Kompetenzen im Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen bzw. ganzer Familiengefüge ist die Mutter zweier erwachsener Kinder aus Sicht von Geschäftsführerin Stefanie Wied die optimale Besetzung für diese herausfordernde Position an der Siegener Kinderklinik. Diesen Bereich möchte man kurzfristig massiv ausbauen, die Zusage seitens des Landes NRW für weitere 24 vollstationäre Betten liegt bereits vor.

Als besondere Motivation für die neue Aufgabe in Siegen sieht Beate Stocks die Möglichkeit zur umfassenden Versorgung der Kinder der Region durch das Zusammenspiel aller Fachrichtungen rund um das Kind, wie es so in der interdisziplinär arbeitenden Klinik auf dem Wellersberg optimal gegeben ist. „Meine Hauptaufgabe wird sicherlich die Erweiterung des Angebotsspektrums mit den zusätzlichen Betten und den damit verbundenen akuten Behandlungsangeboten im Rahmen einer umfassenden kinder- und jugendpsychiatrischen Pflicht- und Regelversorgung sein“, so formuliert es die Ärztin selbst. Die Schaffung eines traumatherapeutischen Behandlungsschwerpunktes sowie Behandlungsangebote für adoleszente Patienten im Übergang vom Jugendlichen zum jungen Erwachsen bis 25 Jahren in Zusammenarbeit mit den Kliniken des Versorgungsgebietes 16 sind mittelfristige Ziele, die man gemeinsam verfolgt. Auch eine Außenstelle der Tagesklinik nimmt in Kürze Gestalt an.
Wichtig ist allen Akteuren dabei aber immer eine enge Vernetzung mit den niedergelassenen Kollegen und den anderen Fachdisziplinen vor Ort sowie mit den Jugendämtern, den Schulen und Beratungsstellen in der Region.

Infos zum Thema: Situation der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland
Psychische Auffälligkeiten sind in der Kindheit und Jugend häufig und weisen geschlechts- und altersbedingte Unterschiede auf. Aktuelle, bundesweit repräsentative Daten über den Verlauf von psychischen Auffälligkeiten fehlen bisher. Anhand der Angaben von 3 256 Teilnehmern (7 – 19 Jahre) der prospektiven und für Deutschland repräsentativen BELLA-Kohortenstudie wurde mit Mehrebenenmodellen der Verlauf von Depression, Angst, ADHS und Störungen des Sozialverhaltens untersucht. Insgesamt zeigten im Elternbericht 11.2 % der Kinder und Jugendlichen klinisch bedeutsame Anzeichen für Depression, 10.6 % für Angst, 5.7 % für ADHS und 12.2 % für Störungen des Sozialverhaltens. Im Selbstbericht wiesen 16.1 % klinisch bedeutsame Symptome für Depression, 15.1 % für Angst und 2.0 % für ADHS auf. Mit zunehmendem Alter nahmen Symptome von ADHS und Störungen des Sozialverhaltens ab, während internalisierende Auffälligkeiten zunahmen. Symptome von Depression und Angst traten häufiger bei Mädchen auf, Symptome von ADHS und Störungen des Sozialverhaltens häufiger bei Jungen. Eltern schätzten die internalisierenden Auffälligkeiten ihrer Kinder niedriger ein als diese selbst. Für die klinische Praxis sind eine störungsspezifische, entwicklungs- und geschlechtssensitive Diagnostik und Behandlung von großer Bedeutung.

Verlauf psychischer Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen – Ergebnisse der BELLA-Kohortenstudie, Quelle Hogrefe; Dr. Fionna Klasen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik, Forschungssektion Child Public Health, Hamburg

 

Quelle: DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH