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Gestörter Herzrhythmus erhöht Schlaganfall-Risiko

Mehr als 100 Besucher lauschten dem Vortrag von Privatdozent Dr. Damir Erkapic, Leiter der Elektrophysiologie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Dieser riet, sich bei Herzstolpern oder -rasen durch ein Elektrokardiogramm (EKG) Klarheiten zu verschaffen.

Siegener Forum Gesundheit

Mehr als 100 Besucher lauschten Vortrag von Privatdozent Dr. Damir Erkapic

Siegen. Ist ein gestörter Herzrhythmus nur begrenzt mit Medikamenten behandelbar, kann krankes Gewebe verödet und so eine Herzrhythmusstörung dauerhaft behoben werden. Beim Siegener Forum Gesundheit riet Privatdozent Dr. Damir Erkapic, Leiter der Elektrophysiologie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen, mehr als 100 Besuchern: „Wer Herzstolpern, -rasen oder Pausen in seinen Herzschlägen bemerkt und dies Minuten, Stunden oder Tage anhält, sollte sich durch ein Elektrokardiogramm Klarheiten verschaffen.“ Mit dem auch als EKG bekannten Verfahren zeichnen Ärzte elektrische Ströme des Herzens auf und leiten bei Rhythmusstörungen entsprechende Therapien ein. Abhängig von der Art des gestörten Herztaktes kann dieser unter anderem einen Schlaganfall auslösen oder schlimmstenfalls zum plötzlichen Herztod führen. Der Experte stellte unterschiedliche Ursachen für die Entstehung von langsamen und schnellen Herzrhythmusstörungen vor und zeigte Möglichkeiten auf, wie diese individuell und effektiv behandelt werden können.

Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens einen unregelmäßigen Herzschlag, der oft nicht bemerkt wird. Bereitet eine Herzrhythmusstörung jedoch Beschwerden oder stellt sie sich als gefährlich heraus, ist sie therapiebedürftig. „Anzeichen können Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel oder kurze Bewusstlosigkeit sein“, sagte Erkapic. Rhythmusstörungen können angeboren sein sowie im Rahmen einer Koronaren Herzkrankheit oder Herzmuskelschwäche entstehen. Auch ursächlich sind Bluthochdruck, Diabetes und eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion. Die häufigste Form eines gestörten Herzrhythmus ist das Vorhofflimmern. Allein in Deutschland sind zwei Millionen Menschen davon betroffen. Sie verspüren meist ein sogenanntes Herzstolpern oder -rasen. Dabei stockt der Blutstrom im linken Vorhof, wodurch sich Blutgerinnsel bilden können, die schlimmstenfalls zum Schlaganfall führen. Bestätigt sich ein gestörter Rhythmus, sollte der Herzschlag in den normalen Takt zurückgeführt werden. Je nach Fall können Medikamente oder eine elektrische Kardioversion (Elektroschock) helfen. „Für eine dauerhafte Lösung ist die sogenannte Katheterablation die derzeit modernste und effektivste Therapiemethode“, so der Experte. Dabei wird ein Herzkatheter über eine Leistenvene eingeführt und krankhaftes Gewebe des Herzens mit Hochfrequenzstrom oder Kälteenergie verödet. Folglich entsteht eine kleine Narbe, die keinen elektrischen Strom mehr leiten kann und so auch keine Störimpulse mehr entstehen, die Vorhofflimmern auslösen. „Auch andere Formen schneller Herzrhythmusstörungen können auf diese Weise erfolgreich behandelt werden“, sagte der Referent. Bei langsamen Rhythmusstörungen mit weniger als 60 Herzschlägen pro Minute, kann ein elektronischer Schrittmacher helfen. „Das kleine Implantat wird heutzutage minimalinvasiv durch kleinste Schnitte unter die Haut im Brustraum eingebracht. Eine Vollnarkose ist nicht notwendig.“ Ein entsprechendes Modell ließ Erkapic durch das Publikum reichen. Mit speziellen Drähten erkennt ein Schrittmacher, wann es zu Aussetzern des Herzens kommt und gibt dann elektrische Impulse ab, damit das Herz wieder normal und damit regelmäßig schlägt.

 

Quelle: Diakonie

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