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Einblicke in die Welt der Pflege

Unter Einfluss von Alkohol ist die Wahrnehmung getrübt: Das stellten die Ausbildungstag-Teilnehmer mithilfe einer Simulationsbrille fest.

Beruf(ung)

Rund 100 Besucher kamen zum „Tag der Ausbildung“ ins Pflegebildungszentrum der Diakonie in Südwestfalen

Siegen. Blutdruck messen, Spritzen verabreichen, medizinische Geräte überwachen oder pflegebedürftigen Menschen eine Stütze sein: Die Aufgaben im Pflegeberuf sind vielfältig. Am Pflegebildungszentrum (PBZ) der Diakonie in Südwestfalen unterhalb des Diakonie Klinikums Jung-Stilling an der Siegener Virchowstraße nutzen nun 100 Interessierte die Chance, einmal in das Berufsbild hinein zu schnuppern. Beim „Tag der Ausbildung“ standen Lehrer und Schüler bereit, um theoretische Fragen zu beantworten und auch schon erste, praktische Anleitungen zu geben.

„Raus aus dem Bett“ war etwa die Devise in einem Kursraum. Hier bekamen die Gäste gezeigt, warum rückenschonendes Arbeiten so wichtig ist. „Wenn Sie nicht auf sich achten, werden Sie schnell selbst zum Patienten“, lautete die Anweisung der Lehrerin für Pflegeberufe Brigitte Brandes. Gemeinsam mit einigen Pflegeschülern wurde Interessierten gezeigt, wie es gelingen kann, Senioren ganz einfach beim Aufstehen aus dem Bett zu helfen. Einige Türen weiter konnten die Gäste sich im Spritzengeben üben – freilich nicht am Patienten, sondern etwa an einer Orange.  Weiter ging es für die Interessierten bei der Herzdruckmassage an der Simulationspuppe oder bei der Station einiger Pflegeschüler, die demonstrierten, wie einfach es ist, Blutdruck- oder Blutzucker zu messen.

Dass es bei der Pflege auch auf ein gutes Körpergefühl ankommt, verdeutlichten die Schüler des Pflegebildungszentrums ihren Gästen.

Besonders junge Menschen waren es, die den „Tag der Ausbildung“ nutzten, um sich mit Informationen zu versorgen. Allerdings gibt es auch immer wieder Quereinsteiger, die sich von den Pflegeberufen begeistern lassen.  Diese durchlaufen derzeit eine Reform, wie Schulleiter Frank Fehlauer informierte: „Ab dem 1. Januar 2020 bieten wir die generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau an.“ Wer diesen Abschluss in der Tasche hat, ist befähigt, Menschen aller Altersgruppen in sämtlichen Versorgungseinrichtungen – sprich in Kliniken, in Kinderkrankenhäusern, Altenheimen oder auch Ambulanten Pflegestationen – zu pflegen. Die derzeitigen Berufsbezeichnungen, wie Altenpfleger oder Krankenschwester, haben dann ausgedient.

Rund um die Ausbildung kreisten auch die Fragen der Interessierten, die den Infotag am Pflegebildungszentrum nutzten. Einige von ihnen steckten mitten in den Vorbereitungen zum Vorstellungsgespräch am PBZ. Ängste bauten die Pflegeschüler ab: „Überlege dir einfach, wie du selbst gerne gepflegt würdest. Das sind die Grundlagen, auf die die Ausbilder achten“, war ein Rat, der einer Kandidatin mit auf den Weg gegeben wurde.

Eine der derzeitigen Schülerinnen am PBZ ist Marie Arns: „Ich wusste schon früh, dass ich mit und am Menschen arbeiten möchte. Mein Papa ist auch im Gesundheitswesen tätig. Das hat mich schon immer fasziniert, was er erzählte.“ Ihre Entscheidung hat sie nie bereut: „Es macht mir hier große Freude. Die Schule, meine Mitschüler und die Lehrer sind toll.“ Gemeinsam mit vielen anderen Schülern kümmerte sich Marie Arns auch um das leibliche Wohl der Gäste beim „Tag der Ausbildung“. Serviert wurden Waffeln, Kaffee und Hotdogs. Zudem lockerten ein Gewinnspiel und ein Parcours das Programm auf. Bei letzterem wurde anhand einer speziellen Brille simuliert, wie sich die Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss verändert.  Der Träger der Brille sieht nur noch verschwommen, kann seine Füße kaum noch erkennen. Da wurde es schwierig, einer am Boden aufgezeichneten Linie zu folgen oder einen Turm aus Holzklötzen zu bauen.

Abgerundet wurde das Angebot mit zahlreichen Infoständen und der Möglichkeit, einmal ins Innere eines Rettungswagens zu schauen.

Am PBZ sind Bewerbungen jederzeit möglich. Die Ausbildung startet zweimal im Jahr, im März und im September. 2100 Stunden umfasst die theoretische Ausbildung, 2500 Stunden sind in der Praxis zu leisten. Letztere können in den vielen Einrichtungen der Diakonie in Südwestfalen absolviert werden, etwa im Ev. Krankenhaus Jung-Stilling oder im Diakonie Klinikum Bethesda in Freudenberg, im Seniorenheim oder auch in der ambulanten Pflege.  Die Chancen, nach der Ausbildung eine feste Stelle zu bekommen, sind laut Schulleiter Frank Fehlauer gut: „Alle unsere Absolventen, die Ende des Monats fertig werden, haben schon eine Zusage erhalten.“

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