Gesundheit mit System

Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung ist für jeden einzelnen ein wichtiges Ziel – auch für Unternehmen.
Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung ist für jeden einzelnen ein wichtiges Ziel – auch für Unternehmen.

Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung ist für jeden einzelnen ein wichtiges Ziel – auch für Unternehmen steht seit einiger Zeit die Gesundheit der Beschäftigten an oberster Stelle der Prioritäten.

Unternehmen, die sich nachweislich um die Gesundheit der Mitarbeiter kümmern, erwerben nicht nur einen guten Ruf auf dem Fachkräftemarkt – darüber hinaus sorgen sie dafür, dass erfahrene und kompetente Mitarbeiter ihre wichtigen Tätigkeiten in einem wertschätzenden und motivierenden Umfeld leisten können. Der demographische Wandel macht es immer notwendiger, vorhandenes Wissen und Erfahrungen zu erhalten, um sie auch weitergeben zu können an nachfolgende Generationen. Es liegt also nahe, die Gesundheit und damit die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten in den Blick zu nehmen.

Diese Gedanken sind nicht neu – in den letzten Jahren hat sich ein komplexer Markt herausgebildet, auf dem die unterschiedlichsten Gesundheitsangebote und  Ausbildungen erworben werden können. Die Orientierung fällt schwer – vor allem hinsichtlich der Qualität und Nachhaltigkeit der Maßnahmen.

Daher ist es nur logisch, auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement mit einem Standard zu versehen, der einen verlässlichen Rahmen und Vergleichbarkeit schafft.

Seit Juli 2012 können Unternehmen auf die DIN SPEC 91020 zurückgreifen, um ihre Bemühungen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) an einem Standard zu orientieren. Diese vom Deutschen Institut für Normung (DIN) herausgegebene Orientierung entwirft qualitative Mindeststandards für ein BGM-System, welche sich in bereits vorhandene Managementsysteme (wie z.B. ISO 9001) integrieren lässt.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Spezifikation ist die Orientierung an einer einheitlichen Analyse und Zielformulierung des Unternehmens in Bezug auf Gesundheitsaspekte – sowie die Berücksichtigung der Verantwortung von Leitung, des Geschäftsumfeldes sowie der Ermittlung von Risiken und Präventivmaßnahmen.

Ein Vorteil der DIN SPEC 91020 ist in der Kompatibilität mit anderen Normen zu finden. Daraus erwächst neben der Handlungssicherheit auch die Gewähr, dass Gesundheitsmaßnahmen nicht mehr nur durch Einzelaktionen belegt, sondern aufgrund einer regelmäßigen Prüfung mit der notwendigen Nachhaltigkeit hinterlegt werden.

Sebastian Schreiber, Verantwortlicher für Qualitätsmanagement und Gesundheit bei den Diakonie Sozialdiensten in Siegen, sieht genau darin eine große Chance für den noch relativ neuen Standard: „Wer sich ernsthaft diesen Ansprüchen stellt und auf Nachhaltigkeit bei der Mitarbeitergesundheit setzt, wird nicht mehr enttäuscht werden durch die fehlenden Langzeiteffekte von kurzfristigen Gesundheitsprogrammen, an die sich irgendwann niemand im Betrieb mehr erinnert.“

Eine Zertifizierung nach dem BGM-Standard ist ebenfalls bereits jetzt möglich und kann einem Unternehmen durchaus als Aushängeschild seiner Bemühungen um seine Mitarbeiter dienen. Der Anspruch an die Aufrechterhaltung der Kompetenzen und Fähigkeiten der Beschäftigten ist ohnehin originärer Bestandteil des Qualitätsmanagements und damit auch Bestandteil der klassischen Ausbildungen zum Qualitätsbeauftragten. „In unserem Fortbildungsprogramm wird der Aspekt der Mitarbeitergesundheit durch Aufgreifen des BGM-Standards einen noch größeren Schwerpunkt bekommen.“ Damit weist Schreiber auf die Lehrgänge der Diakonie Sozialdienste im Bereich des Qualitätsmanagements hin (http://qualitaet.diakonie-sw.de). Hier finden sich auch regelmäßig Veranstaltungen zur DIN SPEC 91020.

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Sebastian Schreiber, Verantwortlicher für Qualitätsmanagement und Gesundheit bei den Diakonie Sozialdiensten in Siegen
Quelle: Diakonie
Foto: © motorradcbr - Fotolia.com

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