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Fachübergreifend stark für hochbetagte Patienten

Stark für die Schwächsten: Als Alterstraumazentrum wurde das Diakonie Klinikum Jung-Stilling von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert. Darüber freuen sich Geschäftsführer Hubert Becher (3. von links), Chefarzt der Geriatrie Dr. Markus Schmidt (2. von links), kommissarischer Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie Dr. Michael Pausch (4. von links) und das gesamte Team.

Auszeichnung

Diakonie Klinikum Jung-Stilling als Alterstraumazentrum zertifiziert

Das Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als Alterstraumazentrum zertifiziert. Damit wird dem bereits als überregionales Traumazentrum ausgezeichneten Haus bescheinigt, dass es auch ältere, unfallverletzte Menschen optimal versorgt.

Kern des Zentrums ist die Verknüpfung der beiden Fachabteilungen Unfall- und Wiederherstellungschirurgie mit der Geriatrie (Altersmedizin). Letztere bietet einen neurologischen und einen internistischen Schwerpunkt. Der Grund für die interdisziplinäre Zusammenarbeit liegt auf der Hand: Menschen ab 70 Jahren leiden oft unter mehreren Krankheiten und Gebrechen. Knochen und Gelenke werden instabiler, Sehkraft und Hörfähigkeit lassen nach, die Muskelmasse und damit auch die Kraft schwinden. In der Folge steigt das Sturz- und Verletzungsrisiko. Eine Erholung nach einer Operation dauert dementsprechend länger, die Komplikationsrate nach chirurgischen Eingriffen steigt. Bleibende Einschränkungen nach Verletzungen erhöhen dann oft den Pflegebedarf. Zudem nehmen ältere Patienten oftmals eine Vielzahl an Tabletten, häufig auch blutverdünnende Medikamente ein, die sowohl Chirurgen als auch Narkoseärzte vor Herausforderungen stellen. Das gemeinsame Arbeiten im Alterstraumazentrum macht es möglich, all diesen Anforderungen betagter, verletzter Patienten gerecht zu werden.

Entscheidend sei es, verunfallte Senioren bereits bei der Aufnahme sowohl unfallchirurgisch als auch altersmedizinisch zu betreuen, um individuell die bestmögliche Therapie einzuleiten. „Schon in der Notaufnahme machen wir altersmedizinische Tests und überprüfen die aktuelle Medikation der Patienten“, erklärt Dr. Markus Schmidt, Chefarzt der Geriatrie. Die chirurgische Arbeit wird von den Geriatern durch die Ursachenforschung ergänzt. Vorbestehende Erkrankungen oder eine unangemessene Einnahme verschiedener Medikamente mit erhöhtem Folgerisiko durch einen Sturz werden durch ihre Tätigkeit behandelt, die Medikation optimiert. Zudem wird ein Frührehabilitationsprogramm empfohlen.

Was eine im Alterstraumazentrum geplante Therapie für die Patienten bedeutet? „Sie bekommen eine optimale Knochenbruchversorgung, eine je nach Krankheitsbild individuelle Betreuung vor, während und nach der Operation sowie eine angepasste und strukturierte rehabilitative Behandlung“, sagt Dr. Michael Pausch, kommissarischer Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Zudem sei die Alterstraumatologie eine Disziplin, die künftig immer weiter wachsen wird, „denn wir leben in einer immer älter werdenden Gesellschaft“, so Pausch weiter.

Hubert Becher, Geschäftsführer des Diakonie Klinikums, widmete seinen Dank dem gesamten Zentrums-Team: „Die Menschen, die tagtäglich für unsere Patienten im Einsatz sind, machen diese Zertifizierung möglich.“ Neben den ärztlichen Leistungen im Alterstraumazentrum fließen auch die Tätigkeiten von spezialisierten Pflegekräften, Entlassmanagern, Physio- und Ergotherapeuten sowie dem Sozialdienst mit in die Arbeit ein. Ziel ist es, ältere Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung so zu behandeln, dass sie schnellstmöglich mobil werden und wieder mehr Lebensqualität erfahren.

 

 

Quelle: Diakonie

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