Dienstag , 12 Dezember 2017
Startseite > Kalkschulter (Tendinosis Calcarea)

Kalkschulter (Tendinosis Calcarea)

Anatomie – Symptome – Ursachen und Häufigkeit

Anatomie
Die Tendinosis calcarea wird oft zu den Schulterdachengesyndromen gezählt, ist aber aufgrund der Ursachen als eigenständiges Erkrankungsbild an der Schulter zu sehen.

Sie ist definiert als eine Kalkeinlagerung unterschiedlichen Ausmaßes in die Sehnen der Rotatorenmanschette. Am häufigsten ist die Supraspinatus-Sehne betroffenen.

Symptome
Die Erkrankung hat einen typischen phasenhaften Verlauf: beginnend mit völliger Beschwerdefreiheit bis zu plötzlich auftretenden, stärksten Schmerzen.

Behandlung
Eine asymptomatische Verkalkung der Sehnen bedarf keiner Behandlung und ist als Zufallsbefund zu sehen.

Abhängig von der Intensität der Beschwerden, des Ausmaßes der Verkalkungen und den Wünschen und Erwartungen des Patienten kann eine konservative oder operative Therapie erfolgen.

Die konservative Therapieoptionen umfassen im akutem Stadium die intensive entzündungshemmende Therapie mit Spritzen und Medikamenten und im subakutem Stadium  Krankengymnastik, Stoßwellenbehandlung, Akupunktur und Röntgentiefenbestrahlung.

Operative Therapie
Ziel der Operation ist die komplette Entfernung des Kalkdepots. Dies erfolgt in der Regel trans-arthroskopisch. Das Kalkdepot wird lokalisiert, die Sehne an der entsprechenden Stelle mit einem Skalpell eingeschnitten und der Kalk mit einem kleinen Löffel und einer Fräse entfernt und abgesaugt. Der Sehneneinschnitt wird belassen und heilt problemlos ab.

In Fällen mit ausgedehnten, großen Sehnenverkalkungen muss das Kalkdepot über einen kleinen Hautschnitt offen aus der Sehne ausgeschnitten werden und die Sehne wieder vernäht werden.

Nachbehandlung
Der stationäre Aufenthalt beträgt nur wenige Tage.

Am ersten Tag nach der Operation beginnt die krankengymnastische Therapie und der Arm darf im schmerzfreien Bereich bewegt werden. Eine längere Ruhigstellung in einer Armschlinge ist in der Regel nicht notwendig.

Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist nach 3-4 Wochen möglich.
Bei Patienten mit schwerer körperlicher Arbeit oder vorwiegend Überkopfarbeit beträgt die Rehabilitationsphase mind. 12 Wochen.

War eine offene Operation notwendig, entspricht die Nachbehandlung der wie nach Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion.

 
Quelle: marienkrankenhaus.com