Professor Hell schult Ärzte aus aller Welt

Die Plätze am Operationstisch von Professor Berthold Hell (vorne links) sind begehrt: Leitende Chirurgen aus der ganzen Welt kommen in das Diakonie Klinikum Jung-Stilling Siegen, um bei einem seltenen Operationsverfahren zu hospitieren.
Die Plätze am Operationstisch von Professor Berthold Hell (vorne links) sind begehrt: Leitende Chirurgen aus der ganzen Welt kommen in das Diakonie Klinikum Jung-Stilling Siegen, um bei einem seltenen Operationsverfahren zu hospitieren.

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen erweitern im Diakonie Klinikum Jung-Stilling ihr Wissen, um Fehlstellungen des Gesichts zu operieren

Die Plätze am Operationstisch von Professor Berthold Hell sind begehrt: Leitende Chirurgen aus der ganzen Welt warten oft länger als ein Jahr, um bei dem Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling Siegen zu hospitieren. Grund dafür ist ein äußerst seltenes Operationsverfahren, mit dem schwere Fehlstellungen im Gesicht behandelt werden. Weltweit beherrschen nur wenige Ärzte diese Methode. So verwundert es nicht, dass fünf Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen aus Griechenland, Österreich, Frankreich und Deutschland mit aufmerksamen Blicken jeden Handgriff des Spezialisten verfolgen. Direkt neben dem Operateur stehen zu dürfen, ist dabei keinesfalls selbstverständlich. „Gewöhnlich sehen Mediziner operative Eingriffe in großen Gruppen per Video aus einem Nachbarraum“, sagt Professor Hell. Gerade bei komplexen Operationen wie dieser ist der direkte Austausch jedoch wichtig. Während des sechsstündigen Eingriffs verlagert Professor Hell ganze Gesichtspartien und Knochen, um seiner Patientin ein weitestgehend normales Leben zu ermöglichen. Einen Apfel oder ein Brötchen zu essen, ist für Betroffene ohne eine Behandlung meistens unmöglich. „Ober- und Unterkiefer sind verschoben und passen nicht zueinander“, verdeutlicht der Chefarzt. Darüber hinaus erschwert die angeborene Fehlstellung der Knochen vielen Patienten zu atmen und zu sprechen. Meistens liegt hinter den Betroffenen eine lange Leidensgeschichte mit vielen Arztbesuchen. „Umso wichtiger ist es, dass viele Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen fähig sind, die Operationstechnik anzuwenden“, so der Spezialist. Auch zukünftig sollen deshalb nationale und internationale Chirurgen in den Operationssälen des Diakonie Klinikums Jung-Stilling lernen. Veranstaltet werden diese Fortbildungen von dem Unternehmen Medicon aus Baden-Württemberg, das weltweit Kliniken mit Medizinprodukten beliefert und Demonstrations-Operationen organisiert. Unter den hier verzeichneten Fortbildungsleitern ist Professor Hell der einzige, der die komplexen Verfahren zur Gesichtsverlagerung beherrscht.

Quelle: Diakonie

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