Experten der DRK-Kinderklinik Siegen informieren zum bundesweiten Tag des brandverletzten Kindes am 07. Dezember

Kind am symbolischen Weihnachtsbaum, Fotograf: Tobias Went

Ca. 7.500 Kinder unter 15 Jahren verbrennen oder verbrühen sich jedes Jahr so schwer, dass sie in Kliniken stationär behandelt werden müssen


„Advent, Advent – es brennt“, so lautet in diesem Jahr das Motto des bundesweiten „Tag des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember, zu dem die Kinderchirurgen der DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH zusammen mit der Initiative „paulinchen.de“ Eltern informieren möchten.

Kerzen, heiße Flüssigkeiten und heiße Oberflächen sind besonders in der Advents- und Weihnachtszeit Gefahrenquellen für Kinder, Verbrennungen und Verbrühungen zu erleiden. Der „Tag des brandverletzten Kindes“ am 07. Dezember eines jeden Jahres klärt durch die regional ansässigen Experten auf, wie man Kinder vor diesen Unfällen schützen kann. Echte Kerzen an Adventsgestecken und am Weihnachtsbaum, heiße Türen am Kamin und am Backofen, Heißgetränke, wie Tee und Glühwein, der Böller an Silvester – all diese weihnachtlichen Highlights sind typische Gefahrenquellen für Kinder in der Advents- und Weihnachtszeit.

„Brennende Kerzen haben in Kinderhänden nichts zu suchen“, rät Susanne Falk, Vorstandsvorsitzende von Paulinchen e.V. „Leider sehen wir das immer noch bei Krippenspielen und Weihnachtsfeiern. Wir empfehlen geprüfte LED-Lichterketten und LED-Kerzen als sicherere Alternative.“ „Auch bei uns in Siegen versorgen wir in der Weihnachts- und Silvesterzeit immer wieder Kinder und Jugendliche, die sich entsprechende Verbrennungen zugezogen haben“, erklärt Oberarzt Tobias Went von der Abteilung Kinderchirurgie der DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH. Da die Therapie von Verbrennungen und Verbrühungen häufig mit lebenslang sichtbaren flächigen und teilweise auch bewegungseinschränkenden Narben einhergeht sieht er den wichtigsten und effizientesten Anteil der Therapie in der Unfallverhütung, ganz getreu dem Motto: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“.  

Oberarzt der Abt. Kinderchirurgie, Tobias Went

Ca. 7.500 Kinder unter 15 Jahren verbrennen oder verbrühen sich jedes Jahr so schwer, dass sie in Kliniken stationär behandelt werden müssen. Mehr als 70 % dieser Kinder sind jünger als 5 Jahre. Kinder sehen in diesem Alter die Gefahren im Haushalt selbst nicht, hier ist deshalb die Vorsicht der Eltern gefragt.

„Die meisten der kleinen Patienten, die wir in unserer Ambulanz sehen, haben sich Verbrühungen durch umgekippte heiße Flüssigkeiten zugezogen. Wir möchten deshalb Eltern und Großeltern noch einmal dafür sensibilisieren, sorgfältig mit dem Wasserkocher, der Tee- und Kaffeetasse oder gar -kanne umzugehen. Auch Verletzungen durch Umkippen von heißer Inhalierlösung bei Erkältungen sahen wir in diesem Jahr vermehrt. Hier steht die Verletzungsgefahr in keinem Verhältnis zum Nutzen dieser Inhalation.“, erklärt Oberarzt Went. Ein Gang durch das Haus mit einem aufmerksamen Blick auf die hier geschilderten Gefahrenquellen könnte ihr Kind vor einem folgenschweren Verbrennungsunfall schützen.

Kind in der Küche, Fotograf: Tobias Went

Neben der Vermeidung von Unfällen ist es auch wichtig, mögliche Fluchtwege zu kennen, die Wohnung mit Rauchmeldern zu sichern und vor allem Kinder oder Tiere niemals mit Kerzen und offenem Feuer alleine zu lassen.

Für eine sicherere Weihnachtszeit gibt Paulinchen e.V. folgende Tipps zum Schutz:

  • Kinder nie mit offenem Feuer oder brennenden Kerzen alleine lassen.
  • Streichhölzer und Feuerzeuge für Kinder unerreichbar aufbewahren.
  • Kerzen auf eine standfeste, nicht brennbare Unterlage stellen und einen Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien wie Vorhänge etc. einhalten.
  • Kerzen rechtzeitig auswechseln, bevor diese ganz runtergebrannt sind.
  • Kerzen immer löschen, wenn man den Raum verlässt.
  • LED-Kerzen als sicherere Alternative in Adventsgestecken nutzen.
  • Den Weihnachtsbaum in einen möglichst schweren, mit Wasser gefüllten Ständer stellen und hohe Bäume zusätzlich festbinden, damit sie nicht umfallen können!
  • Für den Weihnachtsbaum geprüfte LED-Lichterketten oder LED-Kerzen nutzen (z. B. mit dem VDE-GS-Zeichen).
  • Wunderkerzen gehören nicht in Kinderhände.
  • Kinder von heißen Flächen wie Kamin- oder Backofentür fernhalten, heiße Kaminofenscheiben absichern.
  • Nichts Heißes trinken, z. B. Glühwein/Tee, während ein Kind auf dem Arm oder Schoß ist.
  • Heiße Flüssigkeiten nie zu nah an den Rand von Tisch- und Arbeitsplatte oder auf dem Boden abstellen.
  • Auf herabhängende Tischdecken verzichten. Kleinkinder könnten sich daran hochziehen.
  • Rauchmelder retten Leben – die Wohnung/das Haus mit Rauchmelder sichern.
  • Kinder sollten im Falle eines Brandes Fluchtwege kennen.
  • Einen Brand nur dann löschen, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Ansonsten Türen schließen und die Wohnung mit allen Familienmitgliedern verlassen. Bei einem Brand immer die Feuerwehr alarmieren – Notruf 112!

Der „Tag des brandverletzten Kindes“ will auf diese immer noch viel zu hohen Unfallzahlen aufmerksam machen, zeigen, wie man Kinder schützen kann und über Behandlungsmöglichkeiten und Erste Hilfe Maßnahmen informieren. Nur wer die Gefahren kennt, kann sein Kind schützen. Auf der Webseite von Paulinchen-Initiative für brandverletzte Kinder e.V. werden alle Veranstaltungen, national und international, zum „Tag des brandverletzten Kindes” auf einer Aktionskarte dargestellt.

Links: www.paulinchen.de/tag-des-brandverletzten-kindes   I   paulinchen.de

Quelle: DRK-Kinderklinik Siegen

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