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Tabuthema: Sexualität und Brustkrebs

Patientinnen-Tag_2014

Die Frauenklinik im St. Marien-Krankenhaus Siegen richtete für das Brustzentrum Siegen-Olpe am heutigen Samstag den Patientinnentag 2014 aus. Der Schwerpunkt des Patientinnentages lag in diesem Jahr auf dem Thema Partnerschaft und Intimität im Rahmen einer Krebserkrankung. Zahlreiche Teilnehmer, überwiegend frühere und aktuelle Krebspatientinnen aus dem Siegerland und angrenzenden Gebieten, hatten sich im „Ambulanten Zentrum Albertus Magnus“ eingefunden, wo die Veranstaltung erstmalig stattfand.

Stefan Zettl, Diplom-Psychologe aus Heidelberg und Experte auf den Gebieten Psychoonkologie und Sexualtherapie, referierte zum Thema. „Anders als zuvor: Partnerschaft und Intimität nach einer Krebserkrankung“. Er stellte die sexuellen Einschränkungen sowie Möglichkeiten während der Behandlung heraus. Im Anschluss hatten die Anwesenden Gelegenheit an unterschiedlichen Workshops zum Thema Bewegung und Entspannung teilzunehmen. Der erste Teil „Neues aus der Therapie des Mammakarzinoms“ stand unter gemeinsamer Leitung von Dr. med. Badrig Melekian, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, und Dr. med. Volker Müller vom Jung-Stilling-Krankenhaus. Die beiden Ärzte stellten in diesem Rahmen die jüngsten Entwicklungen in der Brustkrebstherapie vor. Dabei handelt es sich vornehmlich um neue Möglichkeiten bei Antikörpern sowie in der antihormonellen Therapie. Den zweiten Teil des Workshops bildeten Übungen aus den Bereichen Qigong, eine Methode zur Verbindung von Atem-, Bewegungs- und Konzentrationsübungen, sowie Zumba, eine Mischung aus Aerobic und lateinamerikanischen Tanzelementen.

Bei der Veranstaltung, die seit 2006 jährlich stattfindet, waren neben den Referenten die an der Behandlung beteiligten Ärzte, Psychologen, Brustfachkrankenschwestern und Seelsorger. Friseure, die individuelle Perücken für Krebspatienten produzieren, und Vertreter von Sanitätshäusern waren ebenfalls vor Ort. An der vielfältigen Zusammenstellung dieser Persönlichkeiten wurden die integrativen und umfassenden Behandlungsmöglichkeiten innerhalb des Brustzentrums des St. Marien-Krankenhauses deutlich.

Nach Ansicht der leitenden Ärzte bietet der Patientinnentag für die Betroffenen eine Gelegenheit, um sich untereinander auszutauschen, die für den Heilungsprozess verantwortlichen Akteure wieder zu treffen und für viele einen erfolgreichen Abschluss der Behandlung zu ermöglichen. „Die Veranstaltung dient als persönliches Forum für frühere Patientinnen und stellt die letzte Stufe der guten Behandlung dar“, so Melekian zusammenfassend. Das oberste Ziel sei eine allumfassende und abschließende Begleitung der Betroffenen. Das diesjährige Hauptthema der Veranstaltung würde in diesem Rahmen eingebettet.

Brustkrebs tritt vermehrt bei über 45- und besonders häufig bei über 60-Jährigen Personen auf. Nur etwa ein Prozent der Patienten sind männlichen Geschlechts. In etwa 80 Prozent aller Fälle kann die Brust kosmetisch zufriedenstellend erhalten werden.

Autor/Foto: operative Standorte des Brustzentrums Siegen-Olpe in Siegen

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