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KONTROLLSYSTEME BEI DER HIRNTOD-DIAGNOSTIK VERHINDERN SCHLIMMERES

 hirntod

In der aktuellen Debatte um die Hirntoddiagnostik verweisen Ärzte der Region auf die Mehrfach-Kontrollen bei der Feststellung eines Hirntods vor der Entnahme von Spenderorganen. „Die medizinisch-ethische Basis und der wissenschaftliche Hintergrund für die Organspende sind die Harvard-Kriterien und dadurch der sicher diagnostizierte Hirntod. Wenn aufgrund der Vorkommnisse in Bremen an dem System der Beurteilung des Hirntods Zweifel aufkommen, muss dieser Tatbestand aufgearbeitet werden. Aber schließlich hat das Kontrollsystem in Bremen Schlimmeres verhindert“, sagt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Der sensible Bereich der Organspende eigne sich nicht für sensationsheischende Vorverurteilungen. Das ohnehin schon stark beschädigte Vertrauen der Öffentlichkeit in die Organspende dürfe nicht weiter beschädigt werden: „Wir haben gut geschulte Transplantationsbeauftragte in den Kliniken. Es gilt das Mehr-Augen-Prinzip, dass für Sicherheit sorgt. Wir haben ein Vier-Augen-Prinzip bei der Transplantation und wir haben die vorgeschriebenen Protokoll-Kontrollen der Deutschen Stiftung Organtransplantation.“

Das gesamte Verfahren funktioniere nur bei sorgfältiger Einhaltung der Regeln, die konsequent und korrekt in den Kliniken angewendet werden müssten, so Windhorst. „Fehler dürfen und können wir uns dabei nicht leisten. Sollte es zu falschem Verhalten oder Fehlern gekommen sein, muss man dem nachgehen und Wiederholungen für die Zukunft ausschließen.“ Ein Fehlverhalten Einzelner könne das gesamte System ins Wanken bringen. „Bereits die Möglichkeit einer Nachlässigkeit oder Verfehlung eines einzelnen Beteiligten beschädigt das gesamte System, worunter dann die 11.000 Menschen auf der Warteliste leiden müssen“, sagt Windhorst. Jeden Tag sterben nach Aussage von Windhorst drei Menschen auf der Warteliste, weil für sie nicht rechtzeitig ein lebensrettendes Organ zur Verfügung steht. Eine weitere Konsequenz sei, dass die Einjahresüberlebensquote nach einer Transplantation zurückgehe, da die Patienten zu lange auf ein Organ warten müssten und in einem immer schlechter werdenden Gesundheitszustand transplantiert würden.

Text: Christian Kreuzberg

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