Donnerstag , 21 September 2017
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Rat an Alte: Hilfe annehmen und Spaß haben

Dr. Markus Schmidt, Chefarzt der Geriatrie im Diakonie Klinikum Kredenbach, ermunterte im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen dazu, im Alter körperlich, geistig und sozial aktiv zu sein.

Geriater Dr. Markus Schmidt gab Tipps für eine gelassenere Lebensweise

Siegen. Fröhlich sein, gelassener werden, aktiv bleiben ─ das riet Dr. Markus Schmidt seinen 50 Gästen beim Forum Gesundheit in der Cafeteria des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen. „Im Alter Spaß zu haben und Hilfe anzunehmen steigert Lebensqualität und Wohlbefinden“, sagte der Chefarzt der Geriatrie (Altersmedizin) im Diakonie Klinikum Kredenbach.

Das Altern beginnt mit der Geburt. Im Körper sterben Zellen ab und werden durch neue ersetzt. Erfolgt die Selbstreparatur in jungen Jahren in der Regel problemlos von allein, lässt sie im Alter allmählich nach ─ eine natürliche Vorgehensweise. Denn Altern ist keine Krankheit. Um sich jedoch so lange wie möglich einigermaßen fit zu fühlen, muss jeder Mensch selbst etwas für sich tun. Bestimmte Lebensweisen können dazu beitragen, im Alter zufriedener, gelassener und fröhlicher zu sein.

„Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“, heißt es laut Weltgesundheitsorganisation. Demnach müsste Gesundheit nicht bloß durch körperliche, sondern auch durch psychologische und soziologische Aspekte bestimmt werden. Wer auf diesen drei Ebenen aktiv ist, kann es schaffen, möglichst lange fit zu bleiben. Spaziergänge stärken die Muskulatur, Hobbys fördern das Gedächtnis, gute soziale Beziehungen lassen die Seele baumeln. „Gesund ist ein Mensch, wenn er mit seinen Krankheiten einigermaßen glücklich leben kann“, so Schmidt in Anlehnung an den Philosophen Friedrich Nietzsche. Der Chefarzt verwies außerdem darauf, dass Menschen sich im Alter gezielt den Aufgaben widmen sollten, die sie gut hinbekommen und ihnen Spaß machen. Wer bestimmte Tätigkeiten nicht mehr so gut meistern kann, sollte sich helfen lassen. Denn dass mit zunehmendem Alter nach und nach Krankheiten auftreten, ist meist nicht zu verhindern. „Nehmen Sie Hilfe an“, betonte der Geriater. So kann eine Zahnprothese dazu beitragen, das Leibgericht wieder in vollen Zügen zu genießen. Eine Brille kann nützlich sein, um den Enkeln mit Freude beim Spielen zuzuschauen. „Damit wird eine positive Lebenseinstellung gefördert, die wiederum das Immunsystem stärkt.“ Außerdem ist es wichtig, regelmäßig und rechtzeitig für die Gesundheit vorzusorgen. Egal ob Darm-, Haut- oder Prostatakrebsvorsorge ─ diese Untersuchungen sind wichtig, um schwerwiegende Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und sie wirksam zu behandeln. Denn viele Erkrankungen sind erst dann gefährlich, wenn sie zu spät bemerkt werden.

 

Quelle: Diakonie