In guten Händen

Vorstandsmitglieder Hans-Jürgen Winkelmann, Wolfgang Mueller, Dr. Dirk Albrecht und Bernd Hamann.
Vorstandsmitglieder Hans-Jürgen Winkelmann, Wolfgang Mueller, Dr. Dirk Albrecht und Bernd Hamann.

Wer in einem Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen wegen seiner Erkrankung medizinische Heilung sucht, befindet sich in guten Händen. Die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des  Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands stellt auf ihrer Frühjahrstagung in Dortmund die Qualitätsinitiativen der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser vor. Fest steht für die Klinikmanager, dass die Krankenhäuser schon jetzt einen konstruktiven Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im größten Bundesland leisten. Sie verweisen dabei auf Patientenbefragungen, die sowohl von Kliniken als auch externen Organisationen wie Krankenkassen durchgeführt wurden und diesen positiven Trend unterstützen.

„Wir sehen zahlreiche regionale Initiativen, die sich der Qualitätsverbesserung und Patientensicherheit verschrieben haben“, zeigt sich Wolfgang Mueller, Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands überzeugt. „Leider wird anhand von Einzelfällen ein Zerrbild über die Situation in den Kliniken gezeichnet, das keinesfalls der Realität in den Kliniken in unserem Land entspricht.“ Fast 20 Millionen Patienten suchten jährlich die deutschen Krankenhäuser auf und seien dort gut aufgehoben. Jüngste Statements wie aus dem Gesundheitsministerium belegen dabei, dass es z.B. in Sachen Klinik-Hygiene deutlich vorangeht. Was fälschlich oft als Krankenhauskeim bezeichnet wird, hat seinen Ursprung weitab von den Kliniken. Fast 90 Prozent der Keime werden eingeschleppt und sind auf „antibiotikaverseuchtes“ Fleisch und andere Quellen zurückzuführen.

„Wann immer das Leben uns braucht, sind Krankenhäuser da. Dabei sind sie keine Schraubenhersteller, die es mit genormten Teilen zu tun haben. Jeder Patient ist ein Individuum und jede Behandlung erfolgt individuell nach dem Stand der aktuellen Medizin“, Dr. med. Dirk Albrecht, stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands. Er verweist dabei auf Initiativen der Kliniken, die beispielsweise mit einem sog. Team-Timeout im Operationssaal gleich Piloten in der Startphase systematisch den Eingriff beginnen. Auch trüge eine Kennzeichnung der Patienten durch Armbänder zur Sicherheit bei. „Die individuelle Sicherheit muss so hoch wie möglich gehalten werden“, so Dr. med. Albrecht.

Freilich stellten die Reports unterschiedlicher Institutionen als Teil politisch motivierter Kampagnen die Realität in den Kliniken bewusst verzerrt dar und werteten den hohen täglichen Einsatz der Mitarbeiter in den Krankenhäusern ab. Die im Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands organisierten Klinikmanager fordern daher auf ihrer Frühjahrstagung in Dortmund eine neue Sachlichkeit und eine Würdigung der Leistungen der Klinikmitarbeiter. Sie plädieren dabei für eine transparente Fehlerkultur.

„Patientenschutz bedeutet auch, dem Vorwurf eines Behandlungsfehlers gewissenhaft und offen nachzugehen. Jeder Fehler ist ein Fehler zu viel und darf sich nicht wiederholen.“ In diesem Zusammenhang verweist Hans-Jürgen Winkelmann, Vorstandsmitglied der Landesgruppe, auf das von den nordrhein-westfälischen Ärztekammern gemeinsam mit der hiesigen Krankenhausgesellschaft eingeführte landesweite Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler, dem sog. CIRS NRW.

„Bei der reinen Fehleranalyse darf es jedoch nicht bleiben. Denn die reine Erkenntnis hilft uns nicht, wirksame Maßnahmen für eine Verbesserung im Klinikalltag zu erreichen. Diese müssen finanziell begleitet werden, was angesichts der prekären Situation vieler nordrhein-westfälischer Kliniken kein frommer Wunsch ist. Es ist ein nachdrücklicher Apell“, so Winkelmann. Es wäre wünschenswert, wenn sich eine gemeinsam getragene Fehleranalyse durchsetzen könnte, die dann zu konkreten Maßnahmen führen würde. Kliniken müssten dabei als Teil der Lösung gesehen werden. Als Vertreter der Reha-Kliniken im Vorstand verweist Bernd Hamann dabei auf die Vorschläge des Verbands mit Blick auf den demografischen Wandel: „Gezielte Maßnahmen weisen den Kliniken eine proaktive Rolle zu. So werden durch eine schnelle Integration in den Berufsalltag Erwerbsunfähigkeiten und Altersarmt als mittelbare Folge verhindert.“ Patienten befinden sich also in guten Händen.

Quelle: St. Marien-Krankenhaus

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