Siegerländer Gynäkologen starten erfolgreich in Fortbildungsreihe

Die Gynäkologen Dr. Osama Shamia, Dr. Volker Jung, Dr. Volker Müller und Dr. Dieter Hofmann haben in Siegen eine Fortbildungsreihe für Praxis- und Klinikärzte ins Leben gerufen.

Das Gyn Update soll Ärzte aus Praxen und Kliniken miteinander vernetzen

Siegen. Nicht nur Computer brauchen regelmäßige Updates, auch Mediziner. Dessen sind sich vier Gynäkologen aus dem Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen und umliegenden Praxen sicher und haben mit dem Gyn Update eine Fortbildungsreihe für niedergelassene Ärzte und Klinikärzte gestartet. „Wer seinen Computer nicht updatet, geht ein enormes Sicherheitsrisiko ein“, sagte Mitinitiator Dr. Volker Jung von der Praxisklinik Siegen zu Beginn der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Hörsaal des Diakonie Klinikums Jung-Stilling. „Vermutlich ist das bei uns Ärzten ganz ähnlich. Wir müssen uns fortbilden, um auf dem aktuellsten Stand zu sein und unseren Patientinnen die bestmögliche und sicherste Therapie zu bieten.“ Ein weiteres Anliegen der Initiatoren, zu denen auch der Chefarzt der Gynäkologie und gynäkologischen Onkologie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen Dr. Volker Müller und die niedergelassenen Gynäkologen Dr. Osama Shamia aus Kreuztal und Dr. Dieter Hofman aus dem Medizinischen Versorgungszentrum Betzdorf-Kirchen zählen: sowohl die Perspektive der Klinik- als auch der Praxisärzte beleuchten und miteinander verbinden. Denn auch der Übergang von der ambulanten in die stationäre Behandlung kann eine Sicherheitslücke sein, die sich durch einen guten Austausch zwischen den Ärzten minimieren lässt. Der Blick über den Tellerrand soll die Zusammenarbeit fördern mit dem Ziel, Patientinnen stets optimal zu versorgen.

Im Fokus der ersten Fortbildung standen operative und konservative Therapien von Blutungsstörungen. Ein Thema, das besonders viele Frauen beschäftigt. „Ein Drittel aller Frauen, die zu einem Gynäkologen kommen, sind davon betroffen“, veranschaulichte Müller in seinem Vortrag zu operativen Therapien. Die Patientinnen leiden unter zu starken, zu langen, zu häufigen oder zu seltenen Blutungen. Häufig sind Myome, also gutartige Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter, ursächlich. Sie treten vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter auf, sind meistens nicht gefährlich, beeinträchtigen mitunter aber die Lebensqualität durch ihre Symptome. Müller stellte verschiedene Verfahren vor, mit denen die Myome entfernt werden können, betonte aber auch: „Wir müssen uns als Ärzte immer gut überlegen, was wir operieren und ob ein Eingriff wirklich sinnvoll ist.“ Für die Gynäkologen ist deshalb auch die persönliche Situation der Patientin wichtig. Je nach Alter, Beschwerden oder Kinderwunsch, kommen verschiedenen Therapien in Frage.

Über medikamentöse Therapien von Blutungsstörungen sprach Professor Dr. Thomas Römer, Chefarzt der Gynäkologie am Ev. Krankenhaus Köln-Weyertal. Er erklärte, wie ein veränderter Hormonhaushalt sich auf den weiblichen Zyklus auswirkt. Ein Östrogenmangel in der Zyklusmitte kann beispielsweise Zwischenblutungen verursachen. In solchen Fällen können entsprechende Hormonpräparate den Mangel ausgleichen und den Zyklus normalisieren. Auch über rechtliche Aspekte in einer Frauenarztpraxis referierte Römer, der auch als medizinischer Gutachter tätig ist. Er betonte, wie wichtig eine korrekte und umfassende Aufklärung von Patientinnen über verschiedene Therapiemöglichkeiten ist und das diese Gespräche unbedingt dokumentiert werden müssen. „Ärzte sollten auch daran denken, Telefonate in der Patientenakte zu notieren. So kann im Zweifelsfall alles genau nachvollzogen werden.“

Künftig möchten die vier Siegerländer Gynäkologen ihre Kollegen aus Kliniken und Praxen regelmäßig zum Gyn Update einladen. Der nächste Termin ist für den 11. Oktober geplant. Als Referent wird dann Privatdozent Dr. Gert Naumann, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Helios Klinikum Erfurt, nach Siegen kommen.

 

Quelle: Diakonie

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