Pädiatrische onkologische Ambulanz an DRK-Kinderklinik Siegen wird von Betroffenen gut angenommen

Katheterversorgung Onkologische Ambulanz – Dr. Buchal (links) und Dr. Becker (rechts) bei der Versorgung einer jungen Patientin

 

Krebs bei Kindern

20. Weltkrebstag am 04.02.2020

Die Diagnose Krebs verändert nicht nur schlagartig das Leben eines Betroffenen, sondern auch das von Familie und Freunden. Nicht nur für die Betroffenen stellt sich die Zukunft schwierig  dar – auch Angehörige leiden oft im Stillen: Sie haben Ängste und Sorgen, wollen aber für den Erkrankten stark sein und stellen ihre eigenen Bedürfnisse meistens hin an.

Zum 20. Weltkrebstag, der seit 2001 jedes Jahr am 4. Februar stattfindet, informiert die pädiatrische onkologische Ambulanz der DRK-Kinderklinik Siegen daher die Öffentlichkeit über mögliche Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen, aber auch über die Angebote in der Region.

500.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an Krebs, etwa die Hälfte aller erwachsenen Krebspatienten, 4 von 5 betroffenen Kindern können heute geheilt werden. In Deutschland erkranken jährlich rund 2.000 Kinder und Jugendliche neu an einer von rund 20 Krebsarten, leider auch im Siegerland, in Wittgenstein und dem Westerwald, wo aktuell rund 70 Kinder von einer entsprechenden Diagnose betroffen sind. Mit der Diagnose geht ein äußerst langwieriger, diagnostischer und therapeutischer Prozess bei vielen Spezialisten einher. Nach der Diagnose erfolgt die Akuttherapie für Patienten aus Siegen-Wittgenstein in der Regel in der onkologischen Fach-abteilung des Universitätsklinikums Marburg Gießen, wo je nach Befund Chemotherapien, Operationen, medikamentöse oder strahlentherapeutische Behandlungen stationär vorgenommen werden.  Um die Belastungen in der Nachsorgephase, also nach der Akuttherapie, für die Patienten, aber auch die ganze Familie möglichst gering zu halten, gibt es heimatnah seit 2018 eine pädiatrische onkologische Spezialambulanz an der DRK-Kinderklinik Siegen.

An drei Tagen in der Woche steht Oberarzt Dr. Benjamin Becker, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, als kompetenter Ansprechpartner für Betroffene zur Verfügung. Dr. Becker, der zudem mit einer halben Stelle im Pädiatrisch-Onkologischen Zentrum Gießen und Marburg (POH-Zentrum Gießen/Marburg) im Team von  Prof. Dr. Dieter Körholz arbeitet, sorgt  hier in Siegen dafür, dass die Kinder eine speziell auf sie zugeschnittene, alters- und fachgerechte Behandlung und Betreuung vor und nach der stationären Versorgung wohnortnah erhalten. Herr Dr. Becker freut sich sehr über die Lösung: „Ich bin sehr froh, dass dieses Angebot seit inzwischen mehr als zwei Jahren so gut angenommen wird. Mit dieser Ambulanz können wir die Belastungen für die von Krebs betroffenen Kinder und Jugendlichen und ihre Familien aus dem Einzugsgebiet nachhaltig reduzieren.“

Eltern-Patienten-Gespräch – Dr. Becker (Mitte) im Gespräch in der onkologischen Ambulanz

Nachdem die Kliniken 2017-2018 gemeinsam erhebliche bürokratische und formelle Hürden genommen haben und da dank immer neuer großer Spenden der Elterninitiative krebskranker Kinder Siegen e.V., der Freunde der Kinderkrebshilfe Gieleroth e.V. und dem DRK-Frauenverein Siegen e.V. auch die notwendige Finanzierung  gesichert ist, sind alle Beteiligten sehr stolz auf dieses Projekt. Die speziellen Untersuchungs- und Behandlungsräume sind für die pflegerische und medizinische Versorgung im Hinblick auf die besonderen Bedürfnisse ausgestattet. Sie wirken farbenfroh und kindgerecht und lenken so die Patienten etwas von den Strapazen der Behandlung ab.

 

Onkologische Ambulanz Kinderklinik Siegen – Bild des Behand-ungsraumes

 

„Ich bin wirklich sehr froh, dass wir dank der Spenden des DRK und der Initiativen Familien aus der Region seit zwei Jahren mit dieser Spezialambulanz an unserer Klinik in ihrer schon schwierigen Situation Belastungen zumindest teilweise ersparen können“, so Stefanie Wied, Geschäftsführerin der DRK-Kinderklinik Siegen. Dr. Gebhard Buchal als Ärztlicher Direktor der Klinik betont, „dass wir seit 2018 mit Dr. Becker und in Kooperation mit der Uniklinik Gießen wieder eine onkologische Ambulanz als Anlaufstelle für Betroffene in Siegen anbieten können, wird den Anforderungen an eine gute wohnortnahe medizinische Versorgung  im ländlichen Bereich für die über 120.000 Kinder und Jugendlichen aus unserem Einzugsgebiet gerecht.“

https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/weltkrebstag-2020/

 

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