Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs

Experten beleuchten moderne Immuntherapien bei Fortbildung am Diakonie Klinikum in Siegen

Am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen tauschten sich Experten von nah und fern über neueste Entwicklungen in der Krebsmedizin aus. Zum Symposium eingeladen hatten Dr. Martin Klump (3. von rechts) und Prof. Dr. Ralph Naumann (rechts), die Chefärzte der Medizinischen Klinik III am „Stilling“. Foto: Diakonie in Südwestfalen


Siegen. Neueste Entwicklungen im Kampf gegen den Krebs standen im Mittelpunkt einer interdisziplinären Fortbildungsveranstaltung im Hörsaal des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen. Auf Einladung von Dr. Martin Klump und Professor Dr. Ralph Naumann, Chefärzte der Medizinischen Klinik III für Medizinische Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin, präsentierten rund ein Dutzend Mediziner von intern und extern die wichtigsten Erkenntnisse des Amerikanischen Krebskongresses, der kürzlich in Chicago stattfand.

Das Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) gilt als die größte Veranstaltung zum Thema Krebs weltweit. Zur Nachbetrachtung in Siegen konnten die „Stilling“-Chefärzte nun überregional renommierte Experten zu ausgewählten Schwerpunkten gewinnen: Neben gynäkologischen und urologischen Krebserkrankungen standen in den verschiedenen Vorträgen auch Tumoren des Magen-Darm-Traktes inklusive Bauchspeicheldrüse, Lungentumoren sowie Tumoren des Nervensystems inklusive des Gehirns im Fokus. Die Referenten fassten die aus ihrer persönlichen Sicht wichtigsten Erkenntnisse des Chicagoer Kongresses zusammen und diskutierten sie anschließend mit den rund 50 anwesenden Teilnehmern.

Allen neuen Entwicklungen gemein ist der rasante Vormarsch sogenannter Immuntherapien. Diese bereits seit einigen Jahren zur Verfügung stehenden Formen der Krebsbehandlung haben zum Ziel, das Immunsystem des Patienten so weit zu stärken, dass es aus eigener Kraft Krebszellen zerstören kann – statt diese wie bei einer Chemo- oder Strahlentherapie direkt anzugreifen. Die Krebsimmuntherapie gilt folglich als großer Hoffnungsträger in der onkologischen Medizin. Bei einigen Krebserkrankungen sei es bereits gelungen, die Fähigkeiten des körpereigenen Abwehrsystems zu nutzen, so Professor Dr. Ralph Naumann. „Teilweise können Immuntherapien die klassischen Chemotherapien schon gänzlich ersetzen. Aber auch die zunehmend etablierte Kombination aus Chemo- und Immuntherapie ist bei vielen Tumoren wirksamer als eine oftmals allein verabreichte Chemotherapie.“ Nichtsdestotrotz stehe die medizinische Forschung in diesem Bereich noch vor großen Herausforderungen. Das Studienzentrum am Diakonie Klinikum plant aktuell die Teilnahme an mehreren klinischen Studien mit neuen Krebsmedikamenten.

Es referierten beim ASCO-Symposium: vom Diakonie Klinikum Dr. Martin Klump, Prof. Dr. Ralph Naumann (Chefärzte Medizinische Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin), Prof. Dr. Mohammad Golriz (Komm. Ärztlicher Direktor Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie), Dr. Peter Weib (Chefarzt Urologie), PD Dr. Marco J. Battista (Chefarzt Gynäkologie und gynäkologische Onkologie), Dr. Rainer Grübener (Chefarzt Innere Medizin, Diakonie Klinikum Bethesda Freudenberg) sowie Dr. Andreas Kriege (Oberarzt Neurochirurgie), ferner PD Dr. Wilfried Eberhardt (Oberarzt der Klinik für Thorakale Onkologie, Uni-Klinikum Essen), Prof. Dr. Viktor Grünwald (stellvertretender Leiter des Uroonkologischen Zentrums der Uni-Klinikum Essen), Prof. Dr. Florian Weißinger (Chefarzt Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie, Stammzelltransplantation und Palliativmedizin, Ev. Klinikum Bethel, Bielefeld), Prof. Dr. Ulrich Herrlinger (Direktor der Klinik für Neuroonkologie, Uni-Klinikum Bonn), Dr. Badrig Melekian (Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, St.-Marien-Krankenhaus, Siegen).

Quelle/Foto: Diakonie Südwestfalen

Check Also

Heimatnahe Versorgung nach einem Arbeitsunfall

Patienten, die einen Arbeitsunfall erlitten haben, können ab sofort auch bei schwersten Verletzungen heimatnah im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen behandelt werden. Seit dem 1. Juni verfügt das „Stilling“ als eine von nur zwölf Kliniken in Nordrhein-Westfalen über die Zulassung zum sogenannten