Verordnungen von Hormonpräparaten kontinuierlich gesunken: Das Wechselbad der Hormone

Im Kreis Siegen-Wittgenstein greifen immer weniger Frauen zu Hormonpräparaten, um Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern. Foto: AOK/hfr.

Bei den meisten Frauen geht es mit ungefähr 50 los: Das Wechselbad der Hormone. Etwa ein Drittel der Frauen haben kaum Beschwerden. Aber viele Frauen auch im Kreis Siegen-Wittgenstein leiden in den Wechseljahren unter Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen. Trotz der Beschwerden haben in den letzten Jahren immer weniger Frauen zu Hormonpräparaten gegriffen. Laut einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest stellten die niedergelassenen Ärzte für die AOK-versicherten Frauen im Alter von 40 bis 69 Jahren in Westfalen-Lippe in 2020 insgesamt 85.938 Rezepte über Hormonpräparate aus. Das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr (88.797 Verordnungen). „Bis vor etwa 20 Jahren waren Hormone populär, um Begleiterscheinungen von Wechseljahren zu mindern. Nachdem aber die Risiken einer Hormonersatztherapie in wissenschaftlichen Studien immer wieder belegt wurden, ist in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang festzustellen. Das ist eine erfreuliche Tendenz“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.

Hormonpräparate erhöhen das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt und Thrombosen. Auf der anderen Seite kann eine Hormonersatztherapie mit Östrogen und Gestagen Begleiterscheinungen der Wechseljahre reduzieren. Die Wechseljahre, das so genannte Klimakterium, in denen der Körper der Frau auf Veränderungen von Hormonspiegeln reagiert, wird ganz individuell erlebt. Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Gewichtszunahmen und viele weitere Symptome sind oft die Folge. Bei einigen Frauen stellen sich diese Veränderungen schon mit Mitte 40 ein, bei anderen aber auch erst viel später. Bei vielen Frauen sind die Beschwerden nicht so stark, dass eine Behandlung erfolgen muss. Sind Frauen aber von starken Beschwerden betroffen, so gilt für eine notwendige Hormontherapie: so kurz wie möglich und in der niedrigsten wirksamen Dosis. Gemeinsam mit dem Arzt sollten die Vor- und Nachteile abgewogen und Alternativen besprochen werden. „Eine Änderung des Lebensstils kann die Begleiterscheinungen in den Wechseljahren abschwächen“, so Schneider. Eine reizfreie Ernährung, wenig Alkohol und Kaffee, der Verzicht auf sehr heiße Speisen und Getränke, wenig Stress und Entspannungstechniken können bei Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Unruhe helfen. Sport und Bewegung allgemein tragen dazu bei, dass Frauen sich trotz der Wechseljahrbeschwerden insgesamt wohler fühlen, gesünder bleiben und ihr Gewicht besser halten. Dabei können die Präventionsangebote der AOK NordWest rund um gesunde Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen und Entspannung helfen. Neben den qualitätsgesicherten, mehrwöchigen Gruppen-Angeboten in Präsenzform stehen auch Möglichkeiten im Online-Bereich auf dem Programm, die aufgrund der Corona-Krise noch einmal deutlich erweitert wurden. Die internetbasierten Programme bieten 100 Prozent Flexibilität und in Corona-Zeiten die notwendige Sicherheit. Alle Angebote sind exklusiv und kostenfrei für AOK-Kunden. Die Kurse werden von qualifizierten Fachkräften geleitet. Das neue Kursprogramm ist in allen AOK-Kundencentern erhältlich oder im Internet unter aok.de/nw abrufbar.

Quelle: AOK NordWest

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