Wenn die HIV-Ansteckung droht

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Das Gastro-Team rund um Dr. med. Martin Vielhauer, Chefarzt der Inneren Medizin an der HELIOS Klinik Attendorn (hinten rechts).

Nach einem ungewollten Kontakt mit Sekreten eines HIV-Positiven kommt die Angst vor AIDS.

Die HELIOS Klinik Attendorn ist das einzige Krankenhaus im Kreis Olpe, das das für die Erstversorgung in Notfällen – auch bei nicht beruflichen Risiken – die entsprechenden Medikamente bereit hält, mit denen eine Ansteckung verhindert werden kann.

Diese „HIV-PEP“ wird nur in ganz bestimmten Fällen abgegeben, nach eingehender Untersuchung und Befragung, die den Grad des Risikos einschätzen soll. Die Weiterbehandlung erfolgt dann mit Unterstützung der AIDS-Hilfe Kreis Olpe zum Beispiel in der HIV-Ambulanz der Uniklinik Köln.

Das Medikament, die sogenannte Postexpositions-Prophylaxe, ist ein stark wirksames Mittel, das die Virusvermehrung und das Einnisten von HIV im Körper unterdrücken kann. Die Einnahme muss innerhalb der ersten 48 Stunden, am besten in den ersten zwei Stunden nach dem Risiko-Kontakt angefangen und dann vier Wochen lang konsequent durchgeführt werden. Es wird nur gegeben, wenn sicher erscheint, dass eine Ansteckung stattgefunden hat – zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr mit einem HIV-Patienten oder einem Berufsunfall , etwa einer Nadelstichverletzung im Rahmen einer medizinischen Behandlung.

Stets auf dem neuesten Stand

In einer Schulung durch die AIDS-Hilfe Kreis Olpe wird das Team der Abteilung für Innere Medizin rund um Chefarzt Dr. med. Martin Vielhauer nun schon zum zweiten Mal für den Umgang mit solchen Notfällen fortgebildet. Spezielle Untersuchungen und ein umfassender Fragenkatalog, der mit den Patienten durchgegangen wird, sind erforderlich. Zum Beispiel gilt es zu klären, ob der Partner, von dem man vielleicht wusste, dass er Träger des HIV-Virus ist, sich in antiviraler Behandlung befindet oder nicht. Nur bei gut behandelten Patienten ist die Konzentration der Viren im Blut so niedrig, dass eine Ansteckung fast unmöglich ist. Der Virusstatus des HIV-Positiven ist also entscheidend.

Daher empfiehlt es sich, im Idealfall den Partner direkt mitzubringen. Ist dies nicht möglich, zum Beispiel im Falle eines nicht einvernehmlichen Verkehrs, kann das Ansteckungsrisiko anhand weiterer Fragen abgeschätzt werden.

Angst vor AIDS hat nachgelassen

„AIDS und HIV sind heute für viele im Alltag leider kein Thema mehr – und das, obwohl rund 200 Infizierte im Kreis Olpe leben“, so Andreas Zimmer von der AIDS-Hilfe. Die HELIOS Klinik Attendorn ist nicht auf die stationäre Behandlung von HIV und AIDS spezialisiert, das übernehmen zum Beispiel die HIV-Ambulanzen der Unikliniken. „Aber die notfallmäßige Abgabe der HIV-PEP sehen wir als ethische Pflicht an“, so Dr. Vielhauer. „Zumal die umliegenden konfessionellen Krankenhäuser sich dagegen entschieden haben. Aber wo soll man denn im Falle eines Falles hin?“

Er und sein Team sind somit Ansprechpartner für solche Notfälle, immer wenn die AIDS-Hilfe Kreis Olpe geschlossen hat, die ihrerseits während ihrer Geschäftszeiten in diesen Fällen mit einer ersten Risikoberatung weiterhilft und Betroffene bei der Fahrt zu einer HIV-Ambulanz unterstützt. Außerhalb der Geschäftszeiten hält die HELIOS Klinik Attendorn die Medikamente für die Notfallversorgung und alle notwendigen Untersuchungsmethoden vor, wie zum Beispiel auch den HIV-Schnelltest, der bei Partnern gemacht werden kann, die sich über ihren aktuellen HIV-Status unsicher sind.

Glücklicherweise, so sind sich Vielhauer und Zimmer einig, kommen die Fälle, in denen eine HIV-PEP gegeben werden muss, nur sehr selten vor. „Etwa zwei- bis dreimal im Jahr müssen wir aktiv werden“, so Dr. Vielhauer. „ Der frühe Einsatz der Medikation verhindert eine chronische HIV-Infektion, die derzeit eine lebenslange medikamentöse Behandlung erfordert.“

Quelle: HELIOS Kliniken
Foto: © beermedia.de - fotolia

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