Augenarzt gibt Kindern in Afrika ihre Sehkraft zurück

Der Weidenauer Augenarzt Dr. Sebastian Briesen (links) reiste gemeinsam mit Dr. Tore Tveter aus Norwegen (rechts) nach Kenia, um dort moderne Operationsverfahren zu lehren und Patienten ihre Sehfähigkeit zurückzugeben.
Der Weidenauer Augenarzt Dr. Sebastian Briesen (links) reiste gemeinsam mit Dr. Tore Tveter aus Norwegen (rechts) nach Kenia, um dort moderne Operationsverfahren zu lehren und Patienten ihre Sehfähigkeit zurückzugeben.

Dr. Sebastian Briesen vom MVZ Jung-Stilling lehrt moderne Operationstechniken in Kenia

Zweimal im Jahr reist der Weidenauer Augenarzt Dr. Sebastian Briesen nach Kenia, um Ärzte vor Ort zu schulen, Patienten zu operieren und medizinisches Equipment zu übermitteln. In der Augenklinik am Victoriasee nahe der Stadt Kisumu bewegen den Mediziner vor allem die Momente, in denen ein blinder Mensch nach Jahren wieder sehen kann. Oder solche, in denen Eltern erleichtert sind, weil ihrem Kind geholfen werden kann. „Meine größte Motivation ist, den Patienten neuen Mut zu geben“, erklärt Briesen. Und das nicht nur in Afrika: In Deutschland praktiziert Briesen in der Weidenauer Bahnhofstraße und operiert im Diakonie Klinikum Jung-Stilling Siegen. Seine Praxis ist dem Medizinischen Versorgungszentrum Jung-Stilling (MVZ) angeschlossen.

Den Menschen in Kenia schenkt der Augenarzt seine Freizeit und sein medizinisches Fachwissen. Denn während seiner Aufenthalte operiert er nicht nur, sondern gibt vor allem seine Kenntnisse an Mediziner weiter. Dabei geht es einerseits um schwierige Operationsverfahren bei Kindern mit Grauem Star oder Eingriffe nach Unfällen. Andererseits vermittelt Briesen schonende Methoden, bei denen nur kleine Schnitte notwendig sind und vermittelt Hygienestandards. „Die Ärzte in Kenia sind gut ausgebildet, allerdings mit modernsten Operationsverfahren häufig nicht vertraut“, erklärt Briesen. Augenscheinlich ist für den deutschen Arzt auch ein anderes Problem: Zwar gibt es in Kenia eine Vielzahl von Augenkliniken, jedoch wissen viele Betroffene gar nicht, dass ihr Augenproblem „heilbar“ ist, wohnen zu weit entfernt oder es fehlen die finanziellen Mittel für die Behandlung. „Viele Kranke oder Blinde nehmen ihre Erkrankung als schicksalhaft an“, weiß Briesen. Deshalb unterstützt er die Ärzte vor Ort dabei, die Klinik bekannter zu machen. Mit Krankenschwestern der kenianischen Klinik besucht er die umliegenden Dörfer, untersucht dort Patienten und ermutigt sie, sich operieren zu lassen. „Man muss den Menschen entgegen gehen und eine Brücke bilden, um ihnen eine gute ärztliche Versorgung zu ermöglichen“, ist sich Briesen sicher. Die Augenklinik am Victoriasee biete dafür beste Voraussetzungen: Hier gibt es einen gut ausgestatteten Operationssaal und eine Patientenstation. „Spenden und die Unterstützung einer norwegischen Ärzte-Organisation ermöglichen es, medizinische Geräte zu kaufen und Patienten kostenfrei zu behandeln“, sagt Briesen.

Quelle: Diakonie

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