Ethik-Tag thematisierte Würde des Menschen

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Professor Dr. Thomas Klie aus Freiburg referierte bei der Diakonie

Dass es eine Frage der Würde ist, die Bedürfnisse und Sehnsüchte von Menschen zu achten, hat Professor Dr. Thomas Klie beim zweiten Ethik-Tag der Diakonie in Südwestfalen betont. Klie ist Theologe und Rechtswissenschaftler an der Ev. Fachhochschule Freiburg. Sein Terminkalender zeigt, dass er in seinem Fachgebiet ein angesehener Experte ist: Neben dem Vortrag in der CVJM-Jugendbildungsstätte in Wilgersdorf, waren auch Termine mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig notiert.

Vor Mitarbeitern aus allen Bereichen der Diakonie erläuterte er zwei Seiten der Würde: Privatheit und Zugehörigkeit. Die Privatheit ermöglicht, das eigene Leben zu leben, Geheimnisse zu haben und Respekt vor den eigenen Grenzen zu erfahren. Durch die Zugehörigkeit können sich Menschen als Teil der Gemeinschaft erleben und Wertschätzung im Umgang mit anderen erfahren. „Diese Teilhabe ist aber nicht selbstverständlich“, sagte Klie. Als Beispiel nannte er den Begriff Pflegefall, der einen Menschen auf einen Fall reduziert und damit alles andere, was ihn bisher ausmachte, ausschließt. Der Wissenschaftler hob hervor, es sei die Aufgabe in der Begleitung und Pflege alter Menschen, sie zu befähigen, den „roten Faden ihres Lebens“ selbst in der Hand zu halten. Dabei ging er darauf ein, dass auch die gut gemeinte Sorge um einen anderen Menschen dessen Eigenständigkeit und Würde einschränken kann.

Andrea Schäfer-Bottenberg, Beauftragte für Ethik und Demenz der Diakonischen Altenhilfe Siegerland und Mit-Oganisatorin des Ethik-Tags, bezieht den Vortrag auf die alltägliche Arbeit in den diakonischen Einrichtungen: „Wir müssen mit all unseren Sinnen die Wünsche des anderen wahrnehmen, und herausfinden, was für ihn bedeutsam ist.“  Beispielsweise seien auch Menschen mit Demenz bestrebt, ihr Leben selbst zu gestalten.

Neben dem Vortrag von Professor Dr. Thomas Klie stand auch ein Impuls von Professor Dr. Georg Plasger auf dem Programm. Der Theologe lehrt an der Siegener Universität und ist zugleich Vorsitzender des Ethik-Forums der Diakonie in Südwestfalen. Er näherte sich dem Thema aus theologisch-biblischer Sicht. Außerdem hatten die Teilnehmer in einem sogenannten World-Café die Gelegenheit, sich in Gruppen mit der Würde zu beschäftigen. Themen waren hierbei unter anderem der würdevolle Umgang mit Patienten und Klienten sowie Würde am Arbeitsplatz. Organisiert wurde der Ethik-Tag von einem Team unter der Leitung von Volker Gürke, Leiter des Referats Diakonisches Profil der Diakonie in Südwestfalen, den Krankenhausseelsorgern Ulrike von Mayer (Ev. Krankenhaus Elsey) und Armin Neuser-Moos (Diakonie Klinikum Bethesda Freudenberg), sowie Andrea Schäfer-Bottenberg.

Quelle: Diakonie

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