Tägliches Training für Arthrose-Patienten

Training Knie

Arthrose verursacht jährlich mehr als sieben Milliarden Euro direkte Krankheitskosten. Das belastet nicht nur das deutsche Gesundheitssystem. Auch vielen Arbeitgebern gehen Arbeitsstunden und -jahre wegen Fehlzeiten und Frühberentung ihrer Mitarbeiter verloren. Gleichzeitig sinkt die Lebensqualität der Betroffenen dramatisch.

„Jährlich gehen 70 000 verlorene Erwerbstätigkeitsjahre und 10 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage auf das Konto der häufigsten Gelenkerkrankung Arthrose“, betont Dr. med. Johannes Flechtenmacher. Dabei sei die häufigste Ursache die Kniegelenksarthrose. Um Betroffenen ein längeres Berufsleben zu ermöglichen, sei es besonders wichtig, Risiko-Patienten schnell zu identifizieren und ihnen eine geeignete, auf ihren Lebensstil angepasste Therapie anzubieten, erklärt der niedergelassene Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Nur der frühe Einsatz einer Kombination aus medikamentösen sowie nicht-medikamentösen Therapieverfahren gewährleistet, dass akute Beschwerden seltener auftreten und Patienten so wenig wie möglich in ihrem Alltag und Berufsleben eingeschränkt sind.“

Der wichtigste Aspekt für den Therapieerfolg ist die Beratung des Patienten, wie Studien zeigen. Daher hat die Kommunikation mit dem Betroffenen in der Arthrose-Behandlung besondere Bedeutung. „Der behandelnde Arzt muss den Patienten umfassend informieren – über die Erkrankung, ihren möglichen Verlauf, die Medikation und über Möglichkeiten, selbst Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen zu können“, fordert Flechtenmacher.
Um Schmerzen und Immobilität zu reduzieren, empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen die Physiotherapie: „Gezieltes Training stärkt die Muskulatur um das von Arthrose geschädigte Gelenk. Das erhält die Beweglichkeit“, erklärt Professor Dr. med. Johannes Stöve. „Zu Beginn sollte das Training unter professioneller Anleitung erfolgen. Anschließend muss es aber unter Eigenregie konsequent im Alltag fortgesetzt werden.“
Viele Patienten profitieren auch von Wärme- und Kältetherapie oder der Orthopädietechnik, wie Tapes und Schuheinlagen. „Hier ist die Studienlage allerdings noch unzureichend, um objektive Empfehlungen auszusprechen“, betont Stöve. Wärme wird zumeist im nicht akuten Stadium zur besseren Durchblutung und Muskelentspannung eingesetzt. Die Kältetherapie hingegen lindert Schmerzen, ebenso Gehstützen und Gehhilfen sowie Schuheinlagen. Sie verbessern zudem die Funktion, beispielsweise des Kniegelenks. Auch das alleinige Tapen eines arthrotischen Kniegelenks oder das Tragen von Knieorthesen verringert bereits Schmerzen.

 

 

 

Text: Deutsche Rheuma-Liga
Foto: © Photographee.eu – Fotolia.com

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