AOK-Regionalbeirat berät: Notfallversorgung und Wartezeiten bei Fachärzten

juergen-weiskirch
Der alternierende Vorsitzende des AOK-Regionalbeirates Jürgen Weiskirch.

Kreisgebiet. In der vergangenen Sitzung hat sich der Regionalbeirat der AOK in Siegen u. a. schwerpunktmäßig mit der Notfallversorgung und dem richti-gen Umgang mit den Notfallnummern beschäftigt. Weiteres Thema für die Versicherten- und Arbeitgebervertreter im Regionalbeirat war die Problema-tik der Wartezeiten bei Fachärzten.

Die Notfallversorgung in Deutschland ist leider relativ kompliziert organisiert. Einer-seits besteht im ambulanten Bereich der Sicherstellungsauftrag durch die Kassen-ärztliche Vereinigung (KVWL), die die Versorgung für die niedergelassenen Ärzte – insbesondere außerhalb der normalen Sprechzeiten – sicherstellt. Diese Organisa-tion wurde zuletzt 2010 neu strukturiert und wird durch zentrale Notdienststellen an Krankenhäusern, u. a. dem St. Marienkrankenhaus Siegen, sowie durch einen Fahrdienst umgesetzt. Zu erreichen ist dieser Notdienst unter der bundesweit ein-heitlichen Rufnummer 116 117. Schwerpunktmäßig geht es dabei um Behandlun-gen, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können, so zum Beispiel bei ho-hem Fieber, Erbrechen oder starken Bauschmerzen.

„Undurchsichtig ist es deshalb für die Menschen hier vor Ort, weil die meisten Krankenhäuser ebenfalls an einer Notversorgung beteiligt sind“ so der alternierende Vorsitzende Jürgen Weiskirch. Diese Notfallversorgung bezieht sich in erster Linie auf lebensbedrohliche Situationen wie zum Beispiel Bewusstlosigkeit, starke Herz-beschwerden oder auch Schwangerschaftskomplikationen. Hier gilt die bekannte Notfallnummer 112. Leider werden im Alltag die Notfallaufnahmen in den Kranken-häusern häufig von Patienten in Anspruch genommen, die eigentlich grundsätzlich über die ambulanten Notdienststellen der KVWL hätten versorgt werden können. Wir brauchen transparentere Strukturen in der Notfallversorgung, so der Appell der Beiratsmitglieder.

Der Terminservice der KVWL war ein weiterer Beratungspunkt auf der Tagesord-nung. Seit Beginn des Jahres haben die Kassenärztlichen Vereinigungen soge-nannte Terminservicestellen eingerichtet. Diese sollen dafür sorgen, dass Versi-cherte schneller einen Facharzttermin erhalten. Basis hierfür ist eine Überweisung mit einer besonderen Dringlichkeit der Behandlung. Für Termine beim Augenarzt oder beim Frauenarzt wird keine Überweisung benötigt, um den Terminservice in Anspruch zu nehmen. Unter der Rufnummer 0231/94 32 94 44 ist der Terminser-vice erreichbar. Ziel ist es, einen Facharzttermin innerhalb eines Zeitraums von vier Wochen nach Kontaktaufnahme sicherzustellen. Dieser Service sollte bekannter werden, damit er im Bedarfsfall auch zielgerichtet genutzt werden kann, so die Mit-glieder des Selbstverwaltungsorgans.

 

 

Quelle: AOK

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