Gemeindeschwestern sind Gesichter der Diakonie vor Ort

Foto: Tauschten sich über die Ergebnisse der Evaluationsstudie aus und veranschaulichten den Wert eines engmaschigen Netzwerks: Die Gemeindeschwestern im Ev. Kirchenkreis Siegen, Vertreterinnen des Mutterhauses im Diakoniewerk Ruhr Witten, Pfarrer der beteiligten Kirchengemeinden und des Diakonischen Werks im Ev. Kirchenkreis Siegen.

Evaluationsstudie vorgestellt: Moderne Form der Diakonisse bereichert Arbeit in den Gemeinden

Siegen/ Wilnsdorf. Sie begleiten Trauernde, besuchen kranke und einsame Menschen und vermitteln Ansprechpartner bei Sorgen und Problemen: Gemeindeschwestern übernehmen in fünf Gemeinden des Ev. Kirchenkreises Siegen vielfältige soziale Aufgaben. Dabei sind die Frauen in der Tradition der Diakonissen tätig. In einer dreijährigen Ausbildung erhalten sie das theologisch-diakonische Rüstzeug für ihre Arbeit in den Gemeinden. Dort sind sie fünf bis zehn Stunden pro Woche im Zuge einer nebenberuflichen Tätigkeit im Einsatz. Erfolge und Herausforderungen des 2009 vom Mutterhaus im Diakoniewerk Ruhr Witten eingeführten Modells legt eine Evaluationsstudie der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe offen. Die Kernergebnisse stellte Oberin Diakonisse Marianne Anschütz im Ev. Gemeindezentrum Rödgen-Wilnsdorf vor. Ebenso übergab die Referentin die zugehörige Broschüre an die sieben Siegerländer Gemeindeschwestern und ihre Heimatgemeinden Niederdresselndorf, Oberfischbach, Burbach, Rödgen-Wilnsdorf und Freudenberg-Büschergrund. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Diakonischen Werk im Ev. Kirchenkreis Siegen.

„Die alte Tradition der Diakonisse zu erneuern, ist in hohem Maße zeitgemäß“ – so lautet die Kernbotschaft der Evaluationsstudie mit dem Titel „Sehen und tun, was dran ist“. Dass das Konzept der Gemeindeschwester aufgehe, zeigten knapp 200 Rückmeldungen aus den insgesamt 42 am Projekt beteiligten Gemeinden. „Die Gemeindeschwestern ergänzen die Ressourcen der Kirche vor Ort. Sie sind gut ausgebildet, hoch motiviert, ortskundig und verschwiegen. Außerdem können sie Menschen erreichen, die nicht zur Kerngemeinde gehören“, fasste Oberin Diakonisse Marianne Anschütz die Resonanz zusammen. „Der Name Gemeindeschwester ist dabei ein Türöffner und Schlüssel des Vertrauens.“ Ebenso bescheinige die Studie, eine hohe Arbeitszufriedenheit der Gemeindeschwestern. „Gründe dafür sind erfüllende soziale Kontakte und das Bewusstsein, helfen zu können“, so die Referentin. „Ihr Erfolg hängt jedoch wesentlich von der Zusammenarbeit mit der Gemeindeleitung ab. Wenn Gemeindeschwester und Pfarrer gut kooperieren, gelingt das Projekt.“ Dies verdeutlichten die Siegerländer Gemeindeschwestern anhand einer Mitmach-Aktion, bei der ein Netz zwischen den Teilnehmern gespannt wurde. Nur durch die Kraft jedes Einzelnen war das Netz stark genug, um einen Menschen zu tragen.

Quelle: Diakonie

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