Tausende Gäste feiern mit dem Diakonie Klinikum Jung-Stilling

Anbau besichtigen, Hubschrauber erkunden, 75. Geburtstag zelebrieren: Tag der offenen Tür mit bester Stimmung bei Groß und Klein

Staunen, lachen, lustig sein – so das Motto bei der Show von Zauberer Pikkus, der bei den zahlreichen Besuchern vor dem Diakonie Klinikum Jung-Stilling für große Augen sorgt.


Siegen. Modernste Medizin, Rettungstechnik, Spaß und Staunen: Mehrere tausend Gäste strömen beim Tag der offenen Tür des Diakonie Klinikums Jung-Stilling an den Siegener Rosterberg. Und das aus gleich drei besonderen Gründen: Die Präsentation des fast 12 000 Quadratmeter großen Krankenhaus-Anbaus, das 75-jährige Bestehen des „Stillings“ und der 40. Geburtstag der ADAC Luftrettungsstation „Christoph 25“.

Sich wie ein Pilot zu fühlen sorgt vor allem bei den kleinen Gästen für Begeisterung, die im Cockpit von ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 25“ freudig Platz nehmen.

„Das ist richtig schön hoch. Nur für meine Mama ist das nichts, denn die hat Höhenangst“, lächelt Leonie (7) aus Olpe, als sie den 40 Meter hohen, neuen Anbau des Diakonie Klinikums Jung-Stilling mit einem Erdbeer-Schoko-Eis in der Hand hinaufblickt. Mit 11 600 Quadratmetern Nutzfläche steht Gebäudeteil G nach anderthalb Jahren Bauzeit kurz vor dem Abschluss und wird im Laufe der nächsten Monate in Betrieb genommen. Auf den verschiedenen Ebenen präsentieren sich zumeist Fachabteilungen, die dort auch in Zukunft zu finden sind. Die Gäste nutzen die Gelegenheit für einen Rundgang. In einem der Patientenzimmer geht Besucherin Brigitte aus Freudenberg auf die Fensterfront zu: „Natürlich meidet man das Krankenhaus am liebsten. Doch wenn es mal sein muss, möchte ich in ein solches, helles Zimmer mit dieser tollen Aussicht auf die Natur“, blickt sie zum Waldhang. Die Besucher werden auch selbst aktiv. Während manch einer auf der Intensivstation seine Fähigkeit als Intensivpflegekraft testet, stellen andere beim Team der Inneren Medizin ihr Geschick unter Beweis. Bei einer „Magenspiegelung“ gilt es, ein Gummibärchen aus dem Inneren einer Puppe zu fischen. Experten der Gynäkologie führen eine Stanzbiopsie für die Früherkennung von Brustkrebs vor. Das Modell: ein Stück Putenbrust, gefüllt mit Oliven. Staunende Gesichter gibt es auf der vierten Ebene. „Hier ist gerade neues Leben entstanden“, staunt ein Gast. Um eine echte Geburt handelt es sich dabei jedoch nicht. Mit der lebensgroßen Puppe „Noelle“ und einer Demonstrations-Babypuppe wird dort der Ablauf einer Geburt vorgeführt. Rund ums Herz geht es ein Stockwerk höher. „Was hilft bei Vorhofflimmern, wenn Medikamente nicht ausreichen?“, fragt ein Besucher bei den Kardiologen des Hauses nach. Die Ärzte führen vor, wie die Krankheit unter Einsatz von Kälte schonend und katheterbasiert therapiert werden kann. Die Teams der Palliativmedizin und Neurologie mit Stroke Unit für Schlaganfallpatienten nehmen die Festgäste auf den weiteren oberen Etagen in Empfang. „Ich bin so vergesslich geworden, das könnte gleich kritisch werden“, scherzt Besucherin Claudia aus Wilnsdorf. Sie lässt sich per Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße auf ihr Schlaganfall-Risiko hin untersuchen. Oberarzt Dr. Ulrich Niemöller entwarnt: „Es ist alles im grünen Bereich.“

Mit welcher besonderen Technik die Spezialbetten auf der Intensivstation ausgestattet sind, erfahren die Besucher auf der zweiten Ebene des neuen „Stilling“-Anbaus.


Die wohl größten Kindermagneten bilden im Außenbereich des Krankenhauses eine Allee aus spannenden Entdeckungen. Mittendrin: der gelbe Rettungshubschrauber „Christoph 25“. Und der steht aus einem besonderen Grund auf dem Parkplatz-Gelände: Seit 40 Jahren steuert das Team der ADAC Luftrettung vom Diakonie Klinikum Jung-Stilling aus Orte im Dreiländereck Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz an. 42 000 Mal hebt „Christoph 25“ seitdem ab. „Einsteigen zum Probesitzen“. Stolz posieren die Kinder im Cockpit vor ihren Eltern, die ihr Handy für ein Erinnerungsfoto zücken. Von wo aus der „gelbe Engel“ abhebt, wird ebenso in Anschein genommen. Bei einer Führung mit Blick aufs Dach des „Stillings“ verdeutlicht Architekt Oliver Schmidt die Besonderheiten von Landedeck samt Hangar, Einsatzzentrale und Tankanlage – die seit 2021 neue Infrastruktur für Hubschrauber, Team und Technik. Neben „Christoph 25“ reihen sich weitere Hilfsorganisationen der Region auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus ein. Mit Rettungs-Equipment und Einsatzfahrzeugen dabei: das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Feuerwehr, der Malteser Hilfsdienst, das Technische Hilfswerk und die Polizei.

Experten der Kardiologie stehen für Fragen der Gäste bereit und erläutern, was heutzutage therapeutisch möglich ist, wenn der sogenannte Motor des Lebens krank wird.

Mitmach-Aktionen bieten neben den Fachabteilungen des Krankenhauses auch weitere Einrichtungen der Diakonie in Südwestfalen an. Maik Schöler vom Ambulanten Rehazentrum (ARZ) Siegerland zeigt Bewegungsübungen, die auf einfache Weise in den Alltag integriert werden können. Kenntnisse in der Reanimation, angeleitet von Schülern des Pflegebildungszentrums (PBZ), frischen die Gäste auf der dritten Ebene des Anbaus auf. Eine kosmetische Verschönerung gibt es für die kleinen Gäste von Erzieherinnen der Kita „Kinder(t)räume“ beim Kinderschminken. Für große Augen sorgen zwei Auftritte von Zauberer Pikkus, der auf der Außenbühne das Publikum zum Lachen bringt. Wenige Meter bergaufwärts führen Mitarbeitende des Onkologischen Therapiezentrums (OTZ) die Gäste durch ihre Räumlichkeiten und stellen Pflegeroutinen für die Haut sowie modische Möglichkeiten für Krebspatienten nach einer Chemotherapie vor.

Am vielfältigen Programm beteiligen sich auch Ehrenamtliche. So bietet der Förderverein interessante Einblicke in sein freiwilliges Engagement. Mitarbeitende der Firma Alho-Modulbau erläutern den Gästen Details zur Bauweise des neuen „Stilling“-Trakts. Darüber hinaus lauschen die Besucher medizinischen Kurzvorträgen von Chefärzten des Hauses aus den Fachbereichen Neurologie und Geriatrie (Prof. Dr. Christian Tanislav), Kardiologie, Rhythmologie und Angiologie (Prof. Dr. Dursun Gündüz und PD Dr. Damir Erkapic), Robotische Urologie (Mahmoud Farzat), Gefäßchirurgie (Dr. Ahmed Koshty) und Neurochirurgie (Prof. Dr. Veit Braun). Eine Wanderausstellung zu 75 Jahre Diakonie im Siegerland und Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus rundet den Tag der offenen Tür ab.

Anfassen und ausprobieren: Bunte Mitmach-Aktionen bieten spannende Einblicke in Medizintechnik und Co.

„Es ist eine Sensation, so viele Besucher heute bei uns zu haben“, hebt Geschäftsführer Dr. Josef Rosenbauer hervor. „Ich danke den am Anbau beteiligen Menschen und bin stolz auf unsere Belegschaft, die den Weg unserer Vorhaben stets mit begleitet.“ Glückwünsche gibt es von Landrat Andreas Müller: „Danke, dass das Diakonie Klinikum den Menschen in Siegen-Wittgenstein Sicherheit bietet“. „Wir profitieren alle von der Weiterentwicklung dieses Hauses“, lobt die stellvertretende Bürgermeisterin von Siegen Angela Jung. Dass das Diakonie Klinikum Jung-Stilling eine permanente Weiterentwicklung erlebt und anerkannte Spitzenmedizin auf universitärem Niveau bietet, macht Verwaltungsratsvorsitzender der Diakonie in Südwestfalen Karl Fleschenberg deutlich. „Neben der hohen medizinischen Expertise gehört es hier mit zum Alltag, Menschen Halt zu geben und ihnen zu vermitteln, dass Hilfe in der Not an eine Adresse gebunden ist“, verdeutlicht Peter-Thomas Stuberg, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Siegen. „Wir freuen uns über die stets hervorragende Zusammenarbeit mit dem Diakonie Klinikum, in welches wir den Großteil unserer Notfallpatienten transportieren“, bringt Pilot und Stationsleiter Markus Scheld im Namen der ADAC Luftrettung zum Ausdruck. Nach den Festansprachen führt Anke Bösenberg vom WDR durch das Bühnenprogramm. Dabei gibt es einen Rückblick auf das 75-jährige Bestehen des Hauses, Gesprächsrunden mit Krankenhaus-Vertretern zu Medizin, Pflege und Notfällen und einen Überblick über die Angebote der Diakonie in Südwestfalen als Arbeitgeber. Dabei wird deutlich, dass in dem Unternehmen mehr als 4000 Mitarbeitende in unzähligen Berufsfeldern tätig sind und sich der größte Gesundheits- und Sozialdienstleister der Region jederzeit über Zuwachs freut – beispielsweise in der Pflege. „Schon ab dem Start der Pflegeausbildung wird man an die Hand genommen, gut auf die Aufgaben vorbereitet und hat immer einen Ansprechpartner an seiner Seite, um sein Ziel zu erreichen“, sagt Lilli Schütz, die vor wenigen Tagen Examen feierte und nun als Gesundheits- und Krankenpflegerin Teil der Mannschaft des Diakonie Klinikums Jung-Stilling ist.

Quelle/Fotos: Diakonie

Check Also

MRSA-Infektionen rückläufig

Weiterhin konsequente Hygiene-Maßnahmen erforderlich Auch wenn MRSA-Infektionen rückläufig sind, ist ein gemäßigter Einsatz von Antibiotika …